Betrachtet man die Ausgangslage nüchtern, hat Alba Berlin eigentlich keine Chance. Die Basketballer aus Málaga haben die vergangenen beiden Ausgaben der Champions League gewonnen, verfügen über ein deutlich höheres Budget, über mehr Erfahrung und haben die Berliner in der Vorbereitung locker besiegt.
Zudem liegt der Heimvorteil in der Viertelfinalserie bei den Spaniern, sie dürften ein entscheidendes drittes Spiel in eigener Halle austragen. „Málaga ist das schwerste Los, das wir erwischen konnten“, sagt Albas Sportdirektor Himar Ojeda.
Viertelfinale gegen Malaga
- Mittwoch, 1. April, 20.30 Uhr, in Malaga
- Mittwoch, 8. April, 20 Uhr, in der Max-Schmeling-Halle
- falls nötig: Mittwoch, 15. April, 20.30 Uhr, in Malaga
Der Sieger der Best-of-three-Serie steht im Final Four der Champions League. Dieses findet vom 7. bis 9. Mai im spanischen Badalona statt. In den weiteren Viertelfinals stehen sich Vilnius und Nymburk, AEK Athen und Badalona sowie Teneriffa und Galatasaray gegenüber.
Die Berliner haben in ihrer ersten Saison nach dem Wechsel aus der Euroleague in die Champions League ansprechende Leistungen gezeigt, doch um vor dem Viertelfinale Anlass für Optimismus zu finden, muss man schon in die Historie schauen.
Vor sechs Jahren traf Alba auf dem Weg ins Endspiel des Eurocups ebenfalls im Viertelfinale auf Málaga. Auch damals waren die Berliner Außenseiter, setzten sich aber in drei Spielen durch. Dabei begann die Serie damals alles andere als gut. Das erste Duell in der Max-Schmeling-Halle verlor Alba nach 21-Punkte-Rückstand durch einen Putback-Dunk von Mathias Lessort zwei Sekunden vor Schluss.
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In Málaga rechneten viele mit dem Ende der Berliner Europapokalträume, doch Alba spielte sich in einen Rausch und gewann in Andalusien sensationell mit 101:81. Im entscheidenden dritten Spiel gelang ein hart erkämpfter 79:75-Erfolg und wenig später erreichten die Berliner das Finale, das sie letztlich gegen Valencia verloren.
Das Erreichen des Final Fours wäre für Alba auch in dieser Spielzeit ein Traum, dafür muss das im Sommer weitgehend neu zusammengestellte Team aber mindestens ein Spiel in Spanien gewinnen – wie im Frühjahr 2019.
Nur Hermannsson ist noch an Bord
Ojeda schmunzelt, als das damalige Viertelfinale zur Sprache kommt, gibt aber nicht allzu viel auf solche Quervergleiche. Zumal bei Alba mit Martin Hermannsson nur noch ein Spieler von damals an Bord ist, bei Málaga kein einziger. „Dass wir uns 2019 gegen Málaga durchgesetzt haben, war ein großer Erfolg, aber heute ist der Leistungsunterschied zwischen den zwei Mannschaften noch deutlich größer als damals“, sagt Ojeda.
Seit Ibon Navarro Málaga 2022 als Cheftrainer übernommen hat, ist der Klub in allen Wettbewerben auf höchstem Niveau konkurrenzfähig. In der spanischen ACB, der mit Abstand stärksten Liga Europas, haben die Andalusier in jedem Jahr das Halbfinale erreicht. Den nationalen Pokal gewann Málaga 2023 sowie 2025 und in der Champions League ist das Team Dauergast im Final Four.
Málaga ist erneut Topfavorit auf den Champions-League-Titel.
Albas Trainer Pedro Calles
„Sie sind gerade in einem unglaublichen Zyklus und verfügen über ein System, in dem jeder weiß, was er zu tun hat“, sagt Ojeda. Im bisherigen Wettbewerbsverlauf musste sich Málaga kaum verausgaben und konnte es sich erlauben, die Belastung sehr gleich auf die 14 Profis zu verteilen.
Mit Augustine Rubit und Nihad Djedovic stehen zwei Spieler mit viel BBL-Erfahrung im Kader, die Schlüsselspieler sind aber Spielmacher Kendrick Perry, Small Forward Chris Duarte und Center Tyson Perez. „Sie sind erneut Topfavorit auf den Champions-League-Titel“, sagt Albas Trainer Pedro Calles, der aus dem nur 150 Kilometer nördlich gelegenen Córdoba stammt.
Bei allem Lob für den kommenden Gegner sehen die Berliner dennoch eine Chance, wenn auch eine sehr kleine. „Wir haben ein starkes Team, eine herausragende Chemie und entwickeln uns stetig weiter“, sagt Calles, und Ojeda fordert vor allem eins von seiner Mannschaft: „Wir sind realistisch und wissen, dass Málaga der Favorit ist. Aber im Sport ist alles möglich, und wenn sie schwächeln, müssen wir bereit sein.“