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Handball-EM: Routiniers laufen heiß: Handballer bauen auf Golla und Wolff

2026-01-17
In sport Vom admin

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Johannes Golla nahm die Ehrung als bester Spieler mit einem Lächeln in Empfang, dann gab es für den Kapitän der deutschen Handballer nach dem geglückten EM-Start ein dickes Lob vom Bundestrainer. „Golli hat ein absolutes Weltklasse-Spiel geliefert“, adelte Alfred Gislason die Leistung des Kreisläufers beim 30:27 des Olympia-Zweiten gegen Österreich.

Golla selbst ging nach seinem bärenstarken Auftritt schnell wieder zur Tagesordnung über. Denn schon am Samstag (20.30 Uhr/ARD/Dyn) steht für die DHB-Auswahl gegen Serbien das zweite Vorrundenduell an. „Das wird ein sehr leidenschaftliches Spiel, in dem wir den Kampf mitgehen müssen“, mahnte Golla volle Konzentration an.

Der 28 Jahre alte Familienvater von der SG Flensburg-Handewitt möchte dann wieder vorangehen und die Mannschaft mitreißen - so wie gegen Österreich. „Er war überragend. Nicht nur im Angriff, sondern auch in der Abwehr“, befand Gislason. Und Torwart Andreas Wolff, der zum EM-Auftakt ebenfalls einen überzeugenden Auftritt hinlegte, lobte: „Golli hat von der ersten bis zur letzten Minute durchgekämpft.“

Respekt vor Serbien

Abwehrchef Golla, der mit sieben Toren bester deutscher Werfer war, wollte darüber kein großes Aufheben machen. „Ich hatte mir vorgenommen voranzugehen, um direkt die Härte in die Abwehr zu bekommen, die wir haben wollten“, sagte der Routinier.

Darauf wird es gegen die Serben, die nach dem 27:29 gegen Spanien schon unter Druck stehen, erneut ankommen. „Das ist eine sehr heißblütige Mannschaft. Wenn die einen Lauf bekommen, sind sie extrem schwer zu stoppen. Wenn man die spielen lässt, wird es hart“, warnte Gislason vor dem nächsten Gegner.

Auch Wolff erwartet eine schwere Aufgabe. „Die Serben haben viele abgezockte Spieler und ein fantastisches Torhüter-Duo. Das ist eine Mannschaft mit viel Charakter“, sagte der 34-Jährige. Einen Torhüter in Topform kann die DHB-Auswahl da natürlich gut benötigen.

Wolff schon auf EM-Betriebstemperatur 

Gegen Österreich erfüllte Wolff diese Erwartungen - trotz eines schmerzhaften Kopftreffers in der zweiten Halbzeit. „Der Ball ist genau auf mein offenes Auge geflogen. Das ist nicht das Angenehmste. Ich musste es behandeln lassen, weil es mit Blut vollgelaufen ist und ich nur einen schwarzen Fleck gesehen habe“, berichtete der Europameister von 2016 nach dem Abpfiff und gab umgehend Entwarnung: „Jetzt sehe ich wieder klar.“

Mit zwölf Paraden gehörte Wolff zu den besten DHB-Profis beim gelungenen EM-Auftakt, dem er mit seiner knallharten Kritik am österreichischen „Anti-Handball“ zusätzliche Brisanz verliehen hatte. „Wenn man solche Aussagen macht, muss man liefern. Das hat er gemacht. Es war ein sehr gutes Spiel von ihm. In der ersten Halbzeit war Andi überragend, nach der Pause gut“, erklärte Gislason.

Wolff räumte zwar ein, dass seine Wortwahl vor der Partie überspitzt gewesen sei. Im Kern sah er sich aber bestätigt. „Ich bin absolut kein Fan von dieser Spielweise und ich denke, insbesondere die erste Halbzeit hat mir recht gegeben“, sagte Wolff über das behäbige 7:6-Überzahlspiel der Österreicher und legte nach: „Ich glaube nicht, dass ich meine Meinung revidieren muss. Es hat sich wieder gezeigt, dass das kein attraktiver Handball ist.“

Gislason fordert Steigerung im Angriff

Gegen Serbien dürfte das anders werden. „Die haben einen ganz anderen Spielstil, sind im Angriff super beweglich und technisch stark“, sagte Gislason. Vor allem im Angriff müsse eine Steigerung her. „Wir haben teilweise das leere Tor nicht getroffen und hatten ein paar Probleme beim Siebenmeter“, kritisierte der 66 Jahre alte Isländer und stellte fest: „Wir haben das Spiel hoch verdient gewonnen, aber wir hätten im Angriff konstanter spielen müssen. Das ärgert mich ein bisschen.“ 

Dennoch gehen er und seine Schützlinge die nächste Aufgabe voller Zuversicht an. „Wir sind gut im Turnier angekommen. Alles in allem war das schon so, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte Golla.

© dpa-infocom, dpa:260116-930-552214/2

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