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Fußball-Bundesliga: BVB zum Neustart gefordert: Offensive muss besser werden

2026-01-09
In sport Vom admin

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Mehr Tore, mehr Disziplin und mehr Zufriedenheit - Borussia Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl hat vor dem Bundesliga-Neustart am Freitag (20.30 Uhr/Sky und Sat.1) bei Eintracht Frankfurt klare Ansagen an Spieler und Umfeld des BVB formuliert. Nach einem turbulenten Jahr für die Westfalen und der Stabilisation unter Trainer Niko Kovac soll und muss die Entwicklung des Bundesliga-Zweiten 2026 weitergehen, beginnend mit einem Auftaktsieg am Freitag. 

„Wenn wir dieses und das letzte Hinrundenspiel gegen Werder Bremen gewinnen, hätten wir 38 Punkte. Das wäre gleichbedeutend mit einer der besten Hinrunden aller Zeiten unseres Vereins. Das zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind“, sagte Kehl im Interview der Deutschen Presse-Agentur. 

Nur müssen die beiden Spiele am Freitag und am kommenden Dienstag nach der Rückkehr aus dem Trainingslager aus Marbella am Donnerstag erst gespielt werden. Fraglich ist in Frankfurt noch der Einsatz von Stammkeeper Gregor Kobel, der erkrankt frühzeitig aus Marbella abgereist war. 

Problemzone Offensive: Erst 26 Tore, Guirassy in der Formkrise

In Andalusien hatte sich der BVB zuletzt abgeschottet, um vor allem an der Offensive zu arbeiten. „Wir sind alle froh, dass wir als Zweiter in die Pause gegangen sind, aber es gibt definitiv Verbesserungspotenzial“, sagte Nationalspieler Felix Nmecha. Obwohl die Dortmunder saisonübergreifend nur eines der vergangenen 23 Ligaspiele verloren, sich unter Kovac vor allem defensiv stabilisiert haben und die Fitness deutlich besser wurde, gab es zuletzt wieder Kritik an der Spielweise, teilweise gar aus den eigenen Reihen. 

„Was in der öffentlichen Bewertung aus meiner Sicht wirklich ein wenig untergeht, ist die Entwicklung, die diese Mannschaft seit dem Frühjahr des vergangenen Jahres genommen hat“, sagte Kehl dazu, benannte aber auch die Verbesserungspotenziale: „Was die Torausbeute mit 26 Toren in der Bundesliga angeht, können wir uns sicherlich steigern und die Spiele frühzeitiger und deutlicher entscheiden.“

Die Hoffnungen ruhen dabei insbesondere auch auf einer Leistungssteigerung von Serhou Guirassy. Die laut Kovac Dortmunder „Lebensversicherung“ lieferte bislang zu wenig und schoss erst fünf Tore. Dass gerade vom Guineer mehr kommen muss, machte Kehl deutlich. „Serhou ist mit seiner bisherigen Saison aber garantiert auch nicht zu 100 Prozent zufrieden. Trotzdem wissen wir, wie wichtig er für unsere Mannschaft ist. Wir hoffen natürlich, dass er seinen Flow wieder aufnimmt“, sagte der 45-Jährige, der auf eine Explosion in der zweiten Saisonhälfte setzt - „so wie in der vergangenen Saison“.

SGE legt im Angriff nach, der BVB will niemanden mehr holen

Am Freitag könnte das Stürmer-Duell mit Frankfurts Winter-Zugang Younes Ebnatoulib im Fokus stehen. Den Zweitliga-Knipser holten die Frankfurter für acht Millionen Euro aus Elversberg. Der 22 Jahre alte gebürtige Frankfurter sollte angesichts der verletzungsbedingten Ausfälle von Nationalspieler Jonathan Burkardt und des Ex-Dortmunders Michy Batshuyai in der Startelf stehen. Beim BVB dürften die Fans dagegen erstmals seit vier Jahren vergeblich auf einen Winter-Zugang hoffen.

Das, was besser werden muss, sollen Kovac und sein Team aus sich heraus schaffen. „Wir wollen in der Liga Platz zwei festigen, das ist unser Anspruch“, sagte Kehl zu den Zielen bis zum Sommer. Aus im DFB-Pokal und neun Zähler Rückstand auf die Bayern - es droht wieder ein titelloses Jahr. Dennoch formulierte Kehl Anforderungen: „möglichst schnell die Champions League klarmachen, um die Planungen für die neue Saison in allen Bereichen frühzeitig vorantreiben zu können“ und in der Champions League mindestens das Achtelfinale schaffen, notfalls „packen wir das über die Playoff-Runde“ meinte Kehl. Im Januar stehen noch die kniffligen Vorrundenspiele gegen Inter Mailand und bei Tottenham Hotspur an. 

Besser werden muss auch die Außendarstellung. In der Hinrunde sorgten immer mal wieder Ego-Trips der Spieler auf dem Spielfeld für Wirbel. Insbesondere Guirassy und Karim Adeyemi reagierten etwa ungehalten auf Auswechslungen. Adeyemi wurde für seinen Ausraster beim 2:0 gegen Gladbach kurz vor Weihnachten gar mit einer fünfstelligen Geldstrafe belegt. „Wir haben das mit den Spielern und auch der gesamten Mannschaft klar besprochen, dass wir das so nicht mehr sehen wollen“, sagte Kehl deutlich. 

Wann entscheidet sich die Schlotterbeck-Zukunft?

Belastend könnte in der zweiten Saisonhälfte insbesondere die Diskussionen über die Zukunft von Nationalverteidiger Nico Schlotterbeck werden, auch wenn Kehl „keinen unmittelbaren Einfluss auf das Tagesgeschäft“ sieht. Schlotterbecks Vertrag läuft noch bis 2027, doch sollte der 26-Jährige nicht vorzeitig verlängern, müsste ihn der BVB im Sommer verkaufen, um noch eine adäquate Ablöse zu bekommen.

„Wir sind seit geraumer Zeit in guten und vertrauensvollen Gesprächen und es wird zu gegebener Zeit eine Entscheidung geben. Das wird sicher nicht erst irgendwann im Sommer der Fall sein, darüber sind sich alle Beteiligten auch einig“, sagte Kehl, gestand aber auch, dass dem BVB freilich die Hände gebunden sind: „Wir können niemanden zwingen, einen langfristigen, gut dotierten Vertrag bei Borussia Dortmund zu unterschreiben.“

© dpa-infocom, dpa:260108-930-514463/1

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