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„So kann man es eigentlich nicht mehr nennen“: Merz wünscht sich anderen Namen für mögliche Wiederauflage der „Groko“

2025-03-25
In politik Vom admin

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CDU-Chef Friedrich Merz wünscht sich für die von ihm angestrebte Regierungskoalition mit der SPD einen anderen Namen als „Groko“. „Eine ‘Groko’ kann man die geplante Koalition mit diesen knappen Mehrheiten im Parlament ja eigentlich nicht mehr nennen“, sagte der Unionskanzlerkandidat der „Bild“-Zeitung (Montagausgabe), mit Blick unter Verwendung der Abkürzung für eine Große Koalition aus Union und SPD.

Aus der SPD heißt es, man wolle sich lieber mit Inhalten auseinandersetzen statt mit der Namenssuche für Schwarz-Rot. Die Grünen sammeln derweil ironische Namensvorschläge für eine künftige Regierung aus Union und SPD.

Bislang schlossen sich die Parteien viermal zu einer großen Koalition zusammen. Die erste Auflage gab es 1966, die anderen drei großen Koalitionen im Bund folgten dann erst wieder unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Jahrzehntelange waren CDU und SPD immer größte und zweitgrößte Kraft im Bundestag. Da die AfD inzwischen allerdings mehr Sitze als die Sozialdemokraten hat, wäre heute genaugenommen eine schwarz-blaue Koalition die „große Koalition“.

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So groß wie früher wäre diese große Koalition ohnehin nicht mehr. Mit nur noch 45 Prozent würde eine Regierung aus CDU, CSU und SPD dieses Mal so geringe Zweitstimmenanteile repräsentieren wie in keinem der bisherigen vier Fällen. Eines aber bliebe gleich: Wieder wäre die Union die stärkere Kraft.

Auf die Frage, wie er das Bündnis mit der SPD stattdessen nennen würde, antwortete Merz: „Vielleicht schwarz-rote-Arbeitskoalition oder Koalition von Aufbruch und Erneuerung.“ Am Ende werde „sicher gemeinsam“ ein passender Name gefunden werden. „Aber jetzt kommt es erst einmal auf den Inhalt an.“

Der SPD ist der Name egal

SPD-Generalsekretär Matthias Miersch reagierte irritiert auf die von Merz angestoßene Namenssuche. „Ehrlicherweise sind mir die Inhalte, die wir jetzt gerade aushandeln, wirklich wichtiger“, stellte er in den Sendern RTL und ntv klar. Er sei sich aber ganz sicher, dass die Journalisten „uns einen super Namen geben werden“, fügte er hinzu. „Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.“

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann schlug vor, das Bündnis aus Union und SPD eine „Einfach-mal-machen-Koalition“ zu nennen. „Sie können auch sagen ‚Arbeitskoalition‘“, sagte Linnemann bei einer Pressekonferenz am Montag. „Wie die Koalition heißt, ist eigentlich egal. Entscheidend ist, dass gearbeitet wird“, gab Linnemann seinem SPD-Amtskollegen Miersch explizit recht.

Lang und Neubauer machen Namensvorschläge

Mit Ironie reagierte Grünen-Parteichef Felix Banaszak. Da Union und SPD den von Vizekanzler Robert Habeck ins Gespräch gebrachten Begriff „KleiKo“ für „kleine Koalition“ anscheinend nicht wollten, bot Banaszak Hilfe seiner Partei bei der weiteren Namenssuche an.

Banaszak forderte die Nutzerinnen und Nutzer der Social-Media-Kanäle der Grünen auf, dort Namensvorschläge zu machen. Für besonders gute Ideen stellte er eine nicht näher beschriebene „Belohnung“ in Aussicht. „Wir helfen ihm da gerne“, sagte Banaszak mit Blick auf Merz.

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Die knalligste Idee kam von Banaszaks Vorgängerin Ricarda Lang, mit mehr als 10.000 Likes bei X. Sie schlug dort „Blackrot“ vor: Black für schwarz (CDU/CSU), rot für SPD. Allerdings klingt das auch stark nach „Blackrock“ – bei dem US-Finanzkonzern hatte Merz vor seiner Rückkehr in die Politik gearbeitet. „Black rot“ ist außerdem die englische Bezeichnung für Schwarzfäule, eine Pilzkrankheit bei Weinreben.

Klimaaktivistin Luisa Neubauer schlug bei Bluesky den Namen „Bro-Ko“ vor. Der FDP-Politiker Christian Dürr hatte in der vergangenen Woche schon von einer „Schuko“ als Abkürzung für „Schuldenkoalition“ gesprochen.

Vor dem Abschluss auf Arbeitsgruppenebene am Montag zeichnen sich in den Koalitionsverhandlungen von Union und SPD noch zahlreiche offene Fragen ab. Vor allem im Bereich Migration sowie Steuern und Finanzen gibt es offenbar noch Differenzen zu überbrücken.

Bis Montag um 17.00 Uhr sollen die insgesamt 17 Facharbeitsgruppen von Union und SPD ihre bisherigen Ergebnisse zu den Koalitionsverhandlungen einreichen. Danach werden übergeordnete Gruppen versuchen, Lösungen für strittige Themen zu finden. (Trf, AFP, dpa)

AfD Angela Merkel Deutscher Bundestag Friedrich Merz Große Koalition

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