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Julia Stoschek schließt: Die wichtigste Sammlerin für zeitbasierte Kunst verlässt Berlin

2026-04-25
In leben Vom Christiane Meixner

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Zehn Jahre scheint das Ablaufdatum von Berlin zu betragen. Ein Jahrzehnt war Thomas Olbricht mit seiner Sammlung im eigens dafür gebauten me Collectors Room ansässig, bevor er zurück nach Essen ging. Nun zieht Julia Stoschek nach: Ende Oktober schließt die Gesellschafterin eines Automobilzulieferers aus Coburg ihren Berliner Standort, der 2016 an der Leipziger Straße eröffnet wurde.

Die Videoarbeiten international renommierter Künstlerinnen und Künstler, für die die Julia Stoschek Foundation steht, werden künftig anderswo gezeigt: als „temporäre Formate“, heißt es in der Ankündigung, mit Konzentration auf das In- und Ausland.

Die Julia Stoschek Foundation im DDR-Plattenbau.

© dpa/Julia Kilian

Ihre Räumlichkeiten in Düsseldorf, die es seit 2007 gibt, behält Stoschek dagegen. Sie werden nach umfänglicher Renovierung im Frühjahr 2027 wiedereröffnet.

Stoschek wurde hart angegangen

Für Berlin ist es ein Abschied mit Ansage: Schon vor sechs Jahren, als die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BlmA) den Plattenbau aus DDR-Zeiten aufmöbeln wollte, drohte Stoschek mit Wegzug. Sie selbst hatte das Gebäude bereits aufwendig sanieren lassen, die Bundesanstalt plante bloß Änderungen an der Fassade, verbunden mit einer Mieterhöhung. Ein Verkauf an die Sammlerin kam für die Bundesanstalt nicht infrage, Ersatz bot sie damals auch nicht an.

Zusätzlich wurde Stoschek hart angegangen. In zahlreichen Kommentaren auf die damalige Berichterstattung hieß es unter anderem, eine reiche Erbin brauche keine Subventionen, könne sich eine höhere Miete leisten und habe ohnehin bloß die Wertsteigerung ihrer Sammlung im Sinn.

Tatsächlich hat sich Julia Stoschek in Berlin finanziell engagiert. Ihr groß angelegtes Projekt mit Workshops, Vorträgen, Ausleihmöglichkeiten von Arbeiten für institutionelle Ausstellungen und der Bewahrung des fragilen Materials teils alter Videos aus den 1960er Jahren verschlingt einen hohen jährlichen Etat.

Es war ein Glück für Berlin, als die Sammlerin sich für einen weiteren Standort entschied. Damals nicht zuletzt aus privaten Gründen: Sie hat ein gemeinsames Kind mit Springer-Chef Mathias Döpfner.

Ihr Engagement war jedoch immer auch global ausgerichtet und Stoschek viel unterwegs. Zuletzt wurde in Los Angeles die Ausstellung „What a Wonderful World: An Audivisual Poem“ im Variety Arts Theater eröffnet. Ein Projekt, an dem unter anderem der ehemalige Direktor der Nationalgalerie, Udo Kittelmann, beteiligt ist.

Pop-up-Initiativen wie diese stehen künftig im Zentrum der Julia Stoschek Foundation, die in Berlin dennoch weitergemacht und Ausstellungen von internationalem Niveau realisiert hat. „Berlin bleibt für mich ein zentraler Bezugspunkt – eine Stadt, der ich mich sehr verbunden fühle“, schreibt sie in ihrer Ankündigung. Es werde auch künftig Auftritte der Sammlung in Berlin geben. Mit der großen Liebe vom Anfang aber scheint es vorbei zu sein.

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