Der Christopher Street Day (CSD) in Berlin wird in diesem Jahr größer als bisher. Erstmals in seiner fast 50-jährigen Geschichte beginnt der CSD bereits am Freitagabend und findet damit an zwei Tagen statt. Wie der Trägerverein des Christopher Street Day mitteilte, soll es am 24. Juli eine Versammlung am Brandenburger Tor geben. „Geplant ist ein abwechslungsreicher Demokratieabend mit Musik, künstlerischen Auftritten und politischen Beiträgen“, heißt es weiter. Auf der Straße des 17. Juni soll es drei Bühnen geben.

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Details zum Programm sollen erst kurz vorher bekannt gegeben werden. Fest steht jedoch die Uhrzeit: Von 18 bis 23 Uhr soll vor dem Brandenburger Tor demonstriert und gefeiert werden. „Damit begeht der Berliner CSD ein ganzes Wochenende im Zeichen von Demokratie und Vielfalt – und läutet das größte CSD-Wochenende in seiner Geschichte ein“, teilte der Verein mit.
Der Berliner CSD begründet die Erweiterung mit mehr Sichtbarkeit: „Einige Kräfte wünschen sich, dass wir leiser oder kleiner werden. Das Gegenteil ist der Fall: Mit dem zusätzlichen Freitag schreiben wir Geschichte und werden alles dafür tun, Demokratie und Menschenrechte stärker denn je zu verteidigen“, sagt CSD-Vorstandsmitglied Thomas Hoffmann.
Offizielle CSD-Party
Die offizielle CSD-Mainparty „House of Pride“ findet am Samstag, 25. Juli, in den Aqua-Höfen (Ritter Butzke, Kreuzwerk, Modus Berlin) am Moritzplatz in Kreuzberg statt. Sie soll laut CSD „größer, lauter und queerer als je zuvor“ werden.
Gefeiert wird ab 21 Uhr auf sieben Floors – und das mehr als zwölf Stunden lang. Mehr als 50 Künstler:innen sind dabei. Mehr Informationen und Tickets: csd-berlin.de/offizielle-partys-2026
Der eigentliche CSD mit Demonstration durch Berlin und Abschlusskundgebung auf der Straße des 17. Juni findet wie in den Vorjahren am Samstag statt. Auch an der Route ändert sich nichts: Start ist um 12 Uhr an der Leipziger Straße, dann geht es über den Potsdamer Platz und den Nollendorfplatz in Richtung Siegessäule bis zum Brandenburger Tor.
CSD-Motto: „Haltung ist hot“
Das gesamte Pride-Wochenende steht in diesem Jahr ganz im Zeichen der Abgeordnetenhaus-Wahl im September. Bereits im vergangenen Herbst hatte der Verein eine Kampagne dazu angekündigt. Nun startet sie unter dem Motto „Haltung ist hot“. Damit will der CSD „ein deutliches Signal für eine offene Gesellschaft, für demokratische Werte und für die Gleichberechtigung queerer Menschen“ setzen – und Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Stadtgesellschaft und die queere Community ermutigen, Haltung zu zeigen.
Unser Ziel ist, dass alle Menschen, die zum CSD kommen, auch von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen.
Julia Miosga, Vorstandsmitglied des Berliner CSD.
„Wir stehen auch in Berlin vor einer wichtigen Wahl. Deshalb rufen wir alle Berliner*innen dazu auf, Parteien zu wählen, welche die Würde des Menschen als unantastbar achten und die Regenbogenhauptstadt erhalten und weiterentwickeln wollen“, sagt CSD-Vorstandsmitglied Julia Miosga. „Unser Ziel ist, dass alle Menschen, die zum CSD kommen, auch von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen.“
© CSD Berlin
© CSD Berlin
Das Motto „Haltung ist hot“ soll laut CSD insbesondere junge Menschen ansprechen und motivieren, zur Wahl zu gehen. Denn erstmals dürfen in Berlin auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben. Deshalb spiele der Slogan bewusst mit Jugendsprache und werde um Sätze wie „Deine Stimme steht dir gut“ oder „Maus, unpolitisch war gestern“ ergänzt. Die Kampagne soll im gesamten Pride-Month, der bereits am 26. Juni startet, bis zur Wahl am 20. September online und auch im Stadtbild zu sehen sein.
Der CSD will mit der Kampagne und der Erweiterung um einen Tag Berlin als Regenbogenhauptstadt stärken und zugleich ein Signal über die Stadt hinaus senden. „In einer Zeit gesellschaftlicher Polarisierung braucht es Zusammenhalt sowie sichtbare, selbstbewusste und solidarische Antworten“, heißt es vom Verein.