Angesichts stark gestiegener Gewaltzahlen gegen Lehrkräfte hat der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Stefan Düll, entschlossenes Gegensteuern gefordert. Gewalt an Schulen reiche von verbalen Entgleisungen bis zu körperlichen Übergriffen, sagte Düll am Donnerstag im „ZDF-Morgenmagazin“.
Auch wenn es sich nicht um tägliche Vorfälle handle, sei die Entwicklung alarmierend. Besonders Beleidigungen und Verleumdungen auf Schulfluren hätten spürbar zugenommen und seien nicht länger hinnehmbar.
Neben Angriffen auf Lehrkräfte sei auch Gewalt unter Schülern ein wachsendes Problem. Förderschulen seien überdurchschnittlich betroffen, grundsätzlich trete Gewalt jedoch an allen Schularten auf.
Gewalterfahrung in Alltag und Medien
Als Ursachen sieht Düll unter anderem Gewalterfahrungen im Elternhaus sowie negative Einflüsse durch soziale Medien und öffentliche Vorbilder. Auch Donald Trump liefere aus seiner Sicht problematische Orientierung.
Insgesamt spiegelten die Vorfälle ein breiteres gesellschaftliches Problem wider, das sich auch in Übergriffen etwa im Fußballumfeld oder gegen Einsatzkräfte und Politiker zeige, so der Lehrer.
Düll forderte konsequentes Handeln der Schulen sowie eine spürbare Entlastung der Lehrkräfte. Mehr Schulsozialarbeit und stärkere Beziehungsarbeit seien entscheidend, um insbesondere bei respektlosen Schülern gegenzusteuern.
Laut Polizeistatistik wurden 2024 rund 1300 Fälle von Körperverletzung an Schulen registriert – deutlich mehr als in den Vorjahren mit rund 700 bis 1000 Fällen jährlich. (KNA)