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Verstappen ätzt gegen Autos: Explosive Regel-Debatte: „Hat mit Formel 1 nichts zu tun“

2026-02-17
In sport Vom admin

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Max Verstappen lachte noch kurz auf und fällte dann ein vernichtendes Urteil über die neue Wagen-Generation in der Formel 1. „Um ehrlich zu sein, machte das Fahren gerade gar keinen Spaß“, ätzte der viermalige Weltmeister während der Auftakttests in Bahrain. Und er ließ sogar seine Zukunft in der Motorsport-Königsklasse offen. „Es hat mit der Formel 1 eigentlich nichts zu tun“, klagte Verstappen. „Es fühlt sich eher an wie die Formel E auf Steroiden.“

Verstappen kennt keine Gnade mit den für ihn spürbaren Folgen des neuen Reglements, das die Formel 1 umgekrempelt hat. Die Autos sind leichter, kürzer und schmaler. Was für den Superstar von Red Bull und seine Fahrerkollegen gravierende Folgen hat, ist vor allem der auf fast 50 Prozent gestiegene Elektroanteil der 1,6-Liter-V6-Turbomotoren.

Verstappen will „nur normal fahren“

Verstappen & Co. sind während der Rennen zu permanentem Energie-Management aufgerufen. Der Elektroschub setzt immer nur kurzzeitig ein, anschließend muss durch das so genannte Lift and Coast (Gas wegnehmen und rollen lassen) Energie zurückgewonnen werden. Die Piloten müssen also, wie etwa beim Reifen schonenden Fahren, künftig noch viel strategischer lenken. 

„Ich liebe es, Vollgas zu fahren, aber im Moment kannst du so nicht fahren“, kritisierte Verstappen, der von Mittwoch bis Freitag die letzten Formel-1-Tests vor dem ersten Grand Prix des Jahres in Melbourne am 8. März bestreitet. „Ich will einfach nur normal fahren. Jetzt erleben wir aber einen großen Rückschritt.“

Mehr Sim- und GT-Racing für Verstappen?

Verstappen vermisst bei der neuen PS-Generation auch Grip und Fahrgefühl. So äußerte er sogar zum wiederholten Male Zweifel an der Fortsetzung seiner Formel-1-Karriere. „Ein Auto zu haben, das Rennen gewinnen kann, reicht mir nicht. Es muss auch Spaß machen, es zu fahren“, sagte der Niederländer, der bei Red Bull noch einen Vertrag bis Ende 2028 hat.

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„In dieser Phase meiner Karriere erforsche ich auch andere Dinge außerhalb der Formel 1, um Spaß zu haben.“ Verstappen ist begeisterter Sim-Racer und mittlerweile auch Besitzer eines eigenen GT-Teams.

„Wenn er zurücktreten will, kann er zurücktreten“

Mit Verstappens Klage und Kritik will sich Weltmeister Lando Norris gar nicht beschäftigen. „Ich habe es genossen“, sagte der Engländer nach seinen ersten Testkilometern sogar und meinte spitz in Richtung des entthronten Champions: „Wenn er zurücktreten will, kann er zurücktreten. Die Formel 1 wandelt sich die ganze Zeit. Manchmal fährt man dabei besser, manchmal nicht so gut.“

Norris mag die Herausforderung, seinen Fahrstil neu auszurichten. Und außerdem bekomme er eine Menge Geld bezahlt, dürfe weiter schnelle Autos fahren, „um die Welt reisen und viel Spaß haben. Ich habe nichts zu beklagen.“

Früher war es der Abtrieb, heute eben die Energie

Verständnis erntet Red-Bull-Pilot Verstappen von Fernando Alonso. „Ich kann die Kommentare von Max nachvollziehen, weil du als Fahrer den Unterschied in der Kurve machen willst, wenn du fünf km/h schneller fährst“, sagte der Aston-Martin-Pilot. „Jetzt musst du dich aber danach richten, wie viel Energie dein Motor auf der nächsten Gerade noch haben wird.“

Der zweimalige Weltmeister, der schon seit 2001 in der Formel 1 fährt, zerbricht sich aber über Regeländerungen längst nicht mehr groß den Kopf. „So ist die Formel 1 eben und so war sie schon immer“, sagte der Spanier. „Jetzt ist es die Energie. Vor ein oder zwei Jahren, als Max noch alle Rennen gewonnen hat, war es der Abtrieb. Am Ende des Tages ist es die Formel 1, wir klappen das Visier herunter und fahren Rennen.“

Hamilton schüttelt mit dem Kopf

Freude am Fahren hatte Rekordweltmeister Lewis Hamilton in seinem ersten Jahr bei Ferrari nur bedingt. Das komplexe Energie-Management gefällt dem Engländer wie auch Verstappen nicht. „Kein Fan wird das verstehen. Es ist so komplex, so lächerlich komplex“, schimpfte der siebenmalige Weltmeister.

Hamilton bezog sich vor allem auf den Einsatz der Software-Algorithmen, die die besten Zeitpunkte für Energie-Abgabe und -rückgewinnung bestimmen werden. „Ich hatte an einem Tag sieben Meetings. Es ist, als bräuchten wir einen Abschluss, um das alles komplett zu verstehen“, spottete er.

Starts und Sicherheit

McLaren-Teamchef Andrea Stella macht sich indes Sorgen um die Sicherheit vor allem bei den Rennstarts, wenn die Fahrer den Ladedruck aufbauen müssen. Verpassen diese das richtige Timing, kann es zu Fehlstarts und im schlimmsten Fall zu frühen Kollisionen führen.

„Alle Teams und die Fia (Motorsportweltverband) sollten Verantwortung übernehmen, wenn es um die Anforderungen an das Startverfahren geht“, sagte Stella und forderte konkrete Änderungen. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, die Ampel-Sequenz zu verlängern, um den Fahrern genügend Zeit für den Ladevorgang zu geben.

© dpa-infocom, dpa:260216-930-693667/1

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