Wednesday, Mar 18, 2026
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
Startseite politik EKD-Flüchtlingsbeauftra...

EKD-Flüchtlingsbeauftragter Stäblein: „Man kann ja nicht einfach den Dauernotstand ausrufen“

2025-06-09
In politik Vom Benjamin Lassiwe

ÄHNLICHE ARTIKEL

Alle Gewinner der Oscar-Nacht: „One Battle After Another“ bekommt den Preis für den besten Film

Die besten Momente der Oscars 2026: Historische Siegerinnen, ein Leo-Meme und Witze über die Trumps

Bischof Stäblein, wie nehmen Sie als Flüchtlingsbeauftragter der EKD den jüngsten Entscheid eines Berliner Verwaltungsgerichts zur Zurückweisung dreier Asylbewerber wahr?
Er bestätigt das, was wir an dieser Stelle immer gesagt haben. Insofern bin ich nicht überrascht, sondern sehe die Urteile als erneute Mahnung: Wir brauchen europäische Lösungen. Die Welt ist eine Welt, in der Migration dazugehört und in den nächsten Jahrzehnten ganz gewiss dazugehören wird. Wir brauchen also gemeinsame Lösungen, die unserem biblischen Erbe, Auftrag und Miteinander gerecht werden.

Und zum anderen gilt es stets, den Einzelnen zu sehen. Jeder Mensch hat seine Würde vor Gott. Das verbindet Europa, oder zumindest hat es das immer verbunden. Ich finde, wir sollten alles dafür tun, dass das so bleibt. Die Urteile der Gerichte verstehe ich in dieser Linie.

Sie haben gerade Ihre Partner in der lutherischen Kirche Polens besucht. Ist Polen nicht noch viel unnachgiebiger in Sachen Migration?
Die polnischen Geschwister leisten seit dem russischen Überfall eine enorme Hilfe für Menschen aus der Ukraine. Sie sind als Nachbarland viel näher dran und stärker betroffen. Sie stellen sich dem in sehr beeindruckender Weise. Wir brauchen aber auch gute gemeinsame Lösungen, was die Frage der Zurückweisung an den Grenzen betrifft. Wir haben gemeinsame Grenzkontrollen. Es gibt einen guten und intensiven Austausch. So braucht es aus meiner Sicht zwingend gemeinsame Lösungen. Die polnischen Freunde haben relativ zeitig signalisiert, dass sie das deutsche Vorgehen nachhaltig irritiert. Man kann ja nicht einfach den Dauernotstand ausrufen, das wird nicht funktionieren und ist keine Lösung.

Zur Person

Christian Stäblein (57) ist Landesbischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Im April 2022 wurde er vom Rat der EKD zum Beauftragten für Flüchtlingsfragen der EKD berufen. Zudem ist er seit 2022 Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Garnisonkirche in Potsdam. Stäblein setzt sich gegen Antisemitismus und für einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen ein.

An diesem Wochenende ist Pfingsten. Was bedeutet Ihnen dieses Fest?
Das Pfingstfest ist das dritte große Fest im christlichen Glauben: Es steht für die Gegenwart des Glaubens und des Heiligen Geistes. Ohne diesen Geist würden wir Christen die Gegenwart Gottes nicht spüren. Im Pfingstfest steckt alles: Hoffen und Glaube erleben. Und deswegen ist Pfingsten so wichtig. Die Bibel erzählt mit diesem Fest von dem Wunder, dass alle die ersten Apostel verstehen konnten, jeder und jede in seiner Sprache. Das macht der Geist, um den es geht: dass wir uns tatsächlich verstehen, dass wir Worte füreinander haben, dass wir Brücken über unser Nichtverstehen hinweg legen und leben.

Derzeit wird vielfach über die Abschaffung von Feiertagen diskutiert. Wäre Pfingsten ein Kandidat? Viele haben ja gar keinen Bezug mehr dazu.
Ich sehe die Debatte mindestens in Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz noch nicht und will sie auch nicht herbeigeredet haben. Ich höre Diskussionen über eine Abschaffung des Feiertags mehr aus anderen Bundesländern, die aber auch mehr Feiertage haben.

Persönlich glaube ich, es tut uns allen gut, diese drei großen Feste mit den zwei Feiertagen – Weihnachten, Ostern und Pfingsten – zu haben. Nicht nur, weil das die wichtigsten Feste des Christentums sind. Ich weiß, dass das für die Mehrheit der Deutschen nicht zentral ist. Aber ich halte es für elementar, Tage zu haben, die wir tatsächlich mit allen teilen, an denen wir nach den Ressourcen, gerade auch den Sinnressourcen, fragen und es möglich ist, einfach mal für die älter werdenden Eltern da zu sein. Ich wundere mich manchmal, wie wir in diesen aufwühlenden Zeiten und inmitten vieler Umbrüche immer wieder meinen, wir könnten auf solche Sinn-Zeiten verzichten.

ÄHNLICHE ARTIKEL

Lena Goreliks Roman „Alle meine Mütter“ : Die Scham vor der eigenen Scham

Lena Goreliks Roman „Alle meine Mütter“ : Die Scham vor der eigenen Scham

2026-03-17

Auf einem Bild aus der Kindheit legt die Tochter die Arme um den Hals der Mutter, die Ältere auf dem...

„Würge mich“: Rumäniens ESC-Beitrag sorgt für Diskussionen

„Würge mich“: Rumäniens ESC-Beitrag sorgt für Diskussionen

2026-03-17

Um den rumänischen Beitrag für den diesjährigen Eurovision Song Contest ist eine Debatte entbrannt. ...

Zum Tod des Sammlers Egidio Marzona: Sein Blick auf die Kunst veränderte die Dinge

Zum Tod des Sammlers Egidio Marzona: Sein Blick auf die Kunst veränderte die Dinge

2026-03-17

Wo Egidio Marzona war, war auch die Kunst. Schwer vorstellbar, ein Gespräch mit ihm zu führen, ohne ...

Brandstiftungen: Autobrände vor Gefängnissen – Prozess gegen vier Männer

Brandstiftungen: Autobrände vor Gefängnissen – Prozess gegen vier Männer

2026-03-17

Nach mehreren Fahrzeugbränden vor Gefängnissen kommen vier Männer heute (9.30 Uhr) vor das Landgeric...

Neue Koalition: SPD und CDU besiegeln Koalition in Brandenburg

Neue Koalition: SPD und CDU besiegeln Koalition in Brandenburg

2026-03-17

Gut zwei Monate nach dem Bruch der SPD/BSW-Koalition in Brandenburg wollen SPD und CDU ihr neues Bün...

Nächster Beitrag
Bundeswehr: Merz hat gute Erinnerungen an seinen Wehrdienst

Bundeswehr: Merz hat gute Erinnerungen an seinen Wehrdienst

EMPFOHLEN

„Keine Zeit für ein jahrelanges Gesetzgebungsverfahren“: Prien will rasche EU-Auflagen für Social Media

„Keine Zeit für ein jahrelanges Gesetzgebungsverfahren“: Prien will rasche EU-Auflagen für Social Media

2026-03-17
Joachim Gauck bei „Miosga“: „Hör mal zu, Alter, jetzt reicht’s!“

Joachim Gauck bei „Miosga“: „Hör mal zu, Alter, jetzt reicht’s!“

2026-03-17

MEISTGESEHEN

  • Sonntagstrend: Union verliert leicht und liegt jetzt wieder gleichauf mit der AfD

    Sonntagstrend: Union verliert leicht und liegt jetzt wieder gleichauf mit der AfD

  • Nahost: Parteien gegen deutsche Beteiligung an US-Militärmission

  • Steigende Öl- und Gaskosten: Reiche lehnt einen Preisdeckel ab

  • Auswertung erklärt Anstieg bei Krankheitstagen: Elektronische Krankschreibung verzerrt die Statistik

  • Kirche in Deutschland: Mehr als 600 000 Menschen traten 2025 aus beiden Kirchen aus

  • Absage für Ministerposten unter Özdemir: Boris Palmer will Oberbürgermeister in Tübingen bleiben

KATEGORIE

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • Sitemap

© 2026 Vom Express01.

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts

© 2026 Vom Express01.