Sunday, Feb 01, 2026
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
Startseite politik Unionsanfrage zur polit...

Unionsanfrage zur politischen Neutralität: Familienministerium schickte vorher schon Mahnung an Vereine

2025-02-28
In politik Vom admin

ÄHNLICHE ARTIKEL

Wenn das Pflegeheim plötzlich teurer wird: Was erlaubt ist und was nicht

Gründer der Bar jeder Vernunft und des Tipi am Kanzleramt: Berliner Entertainment-Legende Holger Klotzbach ist tot

Im Zusammenhang mit Demonstrationen gegen Rechts hat das Bundesfamilienministerium staatlich geförderte Organisationen schon vor zwei Wochen dazu ermahnt, sich an die Regeln zur politischen Neutralität zu halten.

„Aus aktuellem Anlass erinnern wir daran, dass auf Aufrufen zu Demonstrationen das Logo des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie das Logo des Bundesprogramms grundsätzlich nicht abgedruckt werden darf“, heißt es in einem Schreiben, das das für die Förderung zuständige Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (Bafza) bereits am 12. Februar an die rund 560 Projektträger des Bundesprogramms „Demokratie Leben“ verfasst hatte.

Der Brief, der erst jetzt bekannt wurde, liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Zuerst hatte das ZDF über das Schreiben berichtet, das das Bundesfamilienministerium als übergeordnete Behörde veranlasst hatte. In den vergangenen Tagen hatte eine parlamentarische Anfrage der Union für Aufregung gesorgt, in der sie die politische Neutralität der genannten Organisationen hinterfragt.

Verwendung des Logos laut Ministerium nicht zulässig

Hintergrund des Briefs vom 12. Februar an die Organisationen ist nach dpa-Informationen eine Protestkundgebung in der Thüringer Stadt Suhl, die am 11. Februar stattfand. Auf der Einladung zu der Demonstration, die online abrufbar ist, ist auch das Logo des vom Bund geförderten Programms „Demokratie Leben“ zu sehen.

Das sei unzulässig gewesen, erklärt das Bundesamt in seinem Schreiben. Die Veranstalter hätten die Verwendung des Logos dem Bundesamt anzeigen müssen und es nur im Falle einer Zustimmung verwenden dürfen. Außerdem wird klargestellt: „Zuwendungen, die für eine konkrete Maßnahme bewilligt wurden, dürfen nicht jenseits dieses Zwecks verwendet werden.“

Abendlage Newsletter

Die wichtigsten Nachrichten des Tages — abends direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Ich bin damit einverstanden, dass mir per E-Mail interessante Angebote des Tagesspiegels unterbreitet werden. Meine Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.

Zuwendungen nur für Zuwendungszweck erlaubt

Es stehe den Organisationen grundsätzlich frei, zu Demonstrationen aufzurufen und daran teilzunehmen, heißt es weiter. Die Zuwendung, die sie erhielten, diene aber „ausschließlich dem Zuwendungszweck des Projekts“. Daher sei es „zuwendungsrechtlich verfehlt, das Logo in einem solchen Zusammenhang zu verwenden.“

Die Bundesregierung habe wegen des Grundsatzes der Chancengleichheit der Parteien „das Gebot staatlicher Neutralität zu beachten“. Nach diesem Grundsatz dürften mit öffentlichen Mitteln „keine Maßnahmen gefördert werden, die zielgerichtet für eine politische Partei werben oder zielgerichtet gegen eine politische Partei Einfluss nehmen“, schreibt das Bundesamt weiter. Das gelte „in besonderem Maße“ vor anstehenden Wahlen.

Politisch heikel ist der Vorgang auch deshalb, weil sich die Demonstrationen in Suhl und in anderen Städten, die kurz vor der Bundestagswahl am 23. Februar begannen, nicht nur gegen Rechtsextremismus, sondern auch explizit gegen die Migrationspolitik und das Vorgehen der Union richteten. Auch SPD, Grüne und Linke schlossen sich den Protesten an. Auslöser war, dass die Union im Bundestag einen Antrag für eine schärfere Migrationspolitik auch mit Stimmen der AfD durchgesetzt hatte.

Der Morgenlage Newsletter

Die wichtigsten Nachrichten des Tages — morgens direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Ich bin damit einverstanden, dass mir per E-Mail interessante Angebote des Tagesspiegels unterbreitet werden. Meine Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.

Union sieht „gezielte parteipolitische Einflussnahme“

Für Aufregung sorgte zuletzt eine parlamentarische Anfrage der Union, die auf die politische Neutralität der staatlich geförderten Vereine abzielt. Vor dem Hintergrund der bundesweiten Proteste hatte die Union nur zwei Tage vor der Bundestagswahl mehr als 500 Fragen an die Bundesregierung geschickt und sich erkundigt, welche gemeinnützigen Körperschaften in der abgelaufenen Wahlperiode mit Bundesmitteln gefördert wurden.

In der Anfrage heißt es außerdem, dass die Proteste „eine gezielte parteipolitische Einflussnahme“ unmittelbar vor der Bundestagswahl gewesen seien. Grüne, Linke und SPD warfen der Union wiederum vor, die betroffenen Organisationen einschüchtern zu wollen.

Die CSU-Politikerin Dorothee Bär erklärte, die Aufregung über die Anfrage nicht verstehen zu können. „Es ist ein vollkommen normales Vorgehen, wenn eine Fraktion im Deutschen Bundestag die Bundesregierung danach fragt, wie öffentliche Gelder eingesetzt werden“, sagte Bär der „Rheinischen Post“. (dpa)

AfD Bundestagswahl 2025 CDU Deutscher Bundestag Hilfsorganisationen Rechtsextremismus

ÄHNLICHE ARTIKEL

„Frau Luna“ im Tipi am Kanzleramt: Ein Operettenhit als burleskes Silberflitterfest

„Frau Luna“ im Tipi am Kanzleramt: Ein Operettenhit als burleskes Silberflitterfest

2026-01-25

Jeder einmal auf dem Mond! Heinz Bolten-Baeckers muss Hellseher gewesen sein, als er das Versprechen...

250 Jahre E.T.A. Hoffmann: Die süßen Schauer des Unheimlichen

250 Jahre E.T.A. Hoffmann: Die süßen Schauer des Unheimlichen

2026-01-25

Der Grabstein, den ihm „seine Freunde“ gewidmet haben, würdigt ihn in großen Lettern als Kammergeric...

Katharine Mehrling erinnert sich an Holger Klotzbach: Er zog Menschen an wie ein Magnet

Katharine Mehrling erinnert sich an Holger Klotzbach: Er zog Menschen an wie ein Magnet

2026-01-25

Am 23. Januar 2026 ist der Impresario Holger Klotzbach nach schwerer Krankheit in Berlin gestorben. ...

CTM-Festival in Berlin: Blick in den amerikanischen Höllenschlung

CTM-Festival in Berlin: Blick in den amerikanischen Höllenschlung

2026-01-25

Die Musik ist zäh und langsam, fast schon einschläfernd. Im Normalfall ist eine solche Beschreibung ...

Agrarmesse: Letztes Wochenende der diesjährigen Grünen Woche steht an

Agrarmesse: Letztes Wochenende der diesjährigen Grünen Woche steht an

2026-01-25

Die 90. Grüne Woche geht in ihr letztes Wochenende. Heute und am Sonntag werden zum Abschluss der ze...

Nächster Beitrag
Machtkampf in der FDP: Strack-Zimmermann will nicht mit Kubicki Doppel-Spitze bilden

Machtkampf in der FDP: Strack-Zimmermann will nicht mit Kubicki Doppel-Spitze bilden

EMPFOHLEN

„Kein Freifahrtschein für Blaumacher“: Kassenärzte-Chef plädiert für Abschaffung der Krankschreibung in den ersten drei Tagen

„Kein Freifahrtschein für Blaumacher“: Kassenärzte-Chef plädiert für Abschaffung der Krankschreibung in den ersten drei Tagen

2026-01-25
„Es geht um digitale Spanner-Aufnahmen“: Hubig will heimliches Filmen in Saunen oder am See strafbar machen

„Es geht um digitale Spanner-Aufnahmen“: Hubig will heimliches Filmen in Saunen oder am See strafbar machen

2026-01-25

MEISTGESEHEN

  • Militär: Pistorius verteidigt Bundeswehr gegen Trumps Nato-Kritik

    Militär: Pistorius verteidigt Bundeswehr gegen Trumps Nato-Kritik

  • „Höchste Gefahren für Leib und Leben“: Pistorius verteidigt Bundeswehr gegen Trumps Nato-Spott

  • Arzneimittel: Drohender Engpass bei Antibiotika - Sonderregeln

  • Pflege in Not: Hilfe darf keine Klassenfrage werden

  • Afrika braucht dringend mehr Unterstützung : Hilfsorganisationen schlagen Alarm – wer hört sie?

  • Aktuelles Politbarometer: Union weiter knapp vorn – deutliche Mehrheit gegen AfD-Minister­präsidenten

KATEGORIE

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • Sitemap

© 2026 Vom Express01.

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts

© 2026 Vom Express01.