Hätten Sie den Putin-blonden Jude Law erkannt? „Es ist erstaunlich, was eine gute Perücke bewirken kann“, kommentiert der Schauspieler seine Metamorphose für Olivier Assayas Film „Der Magier im Kreml“, der Putins Aufstieg aus der Perspektive seines opportunistischen Beraters (Paul Dano) erzählt.
Außerdem: Paul Mescal und Josh O’Connor sind wieder als Duo auf der Leinwand zu sehen, dieses Mal nicht im eifersuchtsgetriebenen Tennis-Match (siehe: Challengers) sondern als sich heimlich Liebende.
1 Der Magier im Kreml
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Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs schien Anfang der 1990er-Jahre eine neue Ära der Post-Ideologie anzubrechen. Doch so schnell, wie sich das Machtvakuum öffnete, wurde es auch wieder mit dem Geld derjenigen gestopft, die sich am schnellsten den marktwirtschaftlichen Geflogenheiten des Systemfeinds angepasst hatten.
Wadim Baranow (Paul Dano) stand für einen Augenblick an der Spitze einer neuen Avantgarde zwischen Punk-Performance und der Dissidenz der jahrzehntelang verbotenen Sowjet-Intelligentsia. Seinen Werdegang vom opportunistischen Bohème zum Strippenzieher im Kreml erzählt der französische Regisseur Olivier Assayas in seiner historiografischen Satire „Der Magier im Kreml“.
In dem windigen Einflüsterer Baranow, der auf der realen Figur des „New-Russia-Architekten“ Wladislaw Surkow basiert, haben Assayas und sein Ko-Autor Emmanuel Carrère einen patenten Erzähler gefunden, der stets im Windschatten seiner Förderer geblieben ist.

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Da ist zunächst der mächtige Oligarch Boris Berezovski (Will Keen), der Baranow erst zum Fernsehen holt (um die Realität zu erfinden, wie er sagt), und ihn dann einspannt, um den siechen Boris Jelzin durch einen blassen Technokraten und Ex-Geheimdienstler an der Spitze des neuen Staates abzulösen. Putin (Jude Law) allerdings will sich bald von niemandem etwas sagen lassen und serviert seine Kontrahenten gnadenlos ab.
„Der Magier im Kreml“ ist keine Charakterstudie, auch keine Autokraten-Travestie mit Starpower, sondern eine nüchterne Studie der Macht, die in den Stürmen der Geschichte oftmals undenkbare Allianzen schmiedet. (Andreas Busche)
FR 2025, 146 Min., R: Olivier Assayas, D: Paul Dano, Jude Law, Alicia Vikander
2 Ready Or Not 2
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In „Ready or Not“ (2019) verwandelte sich eine Traumhochzeit in ein Blutbad. Die schwerreiche Schwiegerfamilie gehörte einem Teufelskult an und machte Jagd auf die Braut.
Sieben Jahre später folgt nun ein entbehrliches Sequel des Survival-Horror-Films, das exakt am Ende des Vorgängers ansetzt.
Nachdem die erstaunlich widerstandsfähige Braut (Samara Weaving) die Verwandtschaft ihres Gatten eliminiert hat, landet sie im Krankenhaus – nur um bald von vier weiteren Millionärsfamilien gejagt zu werden. Als Lohn winkt die Weltherrschaft, was die Mordbereitschaft der konkurrierenden Kleingruppen befeuert.

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Der B-Movie-Charme des Originals nutzt sich in der Fortsetzung schnell ab. Zu offensichtlich wird die Erfolgsrezeptur einfach aufgewärmt, ohne sie durch neue Zutaten entscheidend zu verändern.
Die illustre Bösewichtbesetzung übt sich im kollektiven Overacting, bis ihre Charaktere in vorhersehbarer Reihenfolge unter Zuhilfenahme von kruden Plotwendungen und 950 Litern Kunstblut ihr grausam-dekoratives Ende finden. (Martin Schwickert)
US 2026, 108 Min., R: Matt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett, D: Samara Weaving, Kathryn Newton, Sarah Michelle Gellar, David Cronenberg, Elijah Wood
3 It’s Never Over, Jeff Buckley
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Er war das größte Versprechen der Rockmusik der Neunziger: Jeff Buckley, der zu Lebzeiten nur ein einziges, hymnisch gefeiertes Album veröffentlichte und 1997 im Alter von 30 Jahren unter nie geklärten Umständen in Memphis ertrank.
Aufgewachsen bei seiner Mutter Mary, hat er seinen leiblichen Vater, den ebenfalls jung verstorbenen Sänger Tim Buckley, nur einmal für wenige Tage besucht.
Zehn Jahre nach ihrer Doku über Janis Joplin zeichnet Filmemacherin Amy Berg abermals den Werdegang eines fragilen Ausnahmetalents nach. Aus ergreifenden Interviews mit den drei entscheidenden Frauen in Jeffs Leben, seiner Mutter und seinen Partnerinnen, den Musikerinnen Rebecca Moore und Joan Wasser, und weiteren Zeitzeugen sowie tonnenweise unveröffentlichtem Archivmaterial montiert Berg eine mitreißende, vielschichtige Collage, die der biografischen und künstlerischen Komplexität ihres Protagonisten jederzeit gerecht wird.

Der schnellste Berlin-Überblick von Montag bis Samstag.
Buckleys einzigartiges Können steht dabei ebenso im Fokus wie sein sanftmütiges, mit dem Rummel um seine Person überfordertes Wesen. Ein Film, der ebenso bleiben wird wie „Grace“, jenes eine, fantastische Album von Jeff Buckley. (Jörg Wunder)
US 2025, 110 Min., R: Amy Berg
4 How To Make A Killing – Todsicheres Erbe
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Für jemanden, der kurz vor seiner Hinrichtung steht, ist Becket Redfellow (Glen Powell) erstaunlich gefasst. Gut gelaunt erzählt er dem Priester, wie er in diese Lage gekommen ist.
Seine Mutter, Spross einer milliardenschweren Dynastie, wurde vom Patriarchen (Ed Harris) verstoßen, als sie die Frucht einer unstandesgemäßen Liebe nicht abtreiben wollte. Aufgewachsen in bescheidenen Verhältnissen, holt sich der erwachsene Becket, was seiner Meinung nach ihm gehört.
Um rechtmäßiger Alleinerbe des Familienvermögens zu werden, muss er sieben in der Erbfolge vor ihm stehende Redfellows aus dem Weg räumen.
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Auch wenn nicht jede Plotverästelung dieser vergnüglich-morbiden Krimikomödie Sinn ergibt, fiebert man bei Beckets Masterplan (und seinem Scheitern) mit.
Gleichermaßen welpen- wie wolfsgesichtig, überzeugt Glen Powell als durchtriebener Prince Charming, während Margaret Qualley ihre sinistren Qualitäten ausspielen darf. Aus dem durchweg überzeugenden Cast ragt Topher Grace als paranoider Religionsguru heraus. (Jörg Wunder)
GB/FR/US 2025, 106 Min., R: John Patton Ford, D: Glen Powell, Margaret Qualley, Jessica Henwick, Ed Harris, Topher Grace, Bill Camp
5 The History Of Sound
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Die Melodie, die durch das Stimmengewirr in der verrauchten Kneipe erklingt, kennt der Musikstudent Lionel (Paul Mescal) aus seiner Kindheit auf einer Farm in Kentucky.
Lionel hat ein untrügliches Gehör, er kann Klänge sogar sehen. Kein Wunder, dass sofort eine tiefe Verbindung zu seinem Kommilitonen David (Josh O’Connor) entsteht, einem Musikethnologen.
David sammelt die verlorenen Folksongs der amerikanischen Landbevölkerung. Auf einer Forschungsreise durch das Hinterland, auf der Lionel ihn begleitet, soll er diese Lieder mit Wachszylindern für spätere Generationen festhalten.
Für die Gefühle zwischen den beiden jungen Männern, die in den 1910er-Jahren gesellschaftlich noch sanktioniert waren, findet der Regisseur Oliver Hermanus in den Songs und Klängen der sozialen Außenseiter eine wunderschöne, in gedeckten Farben gehaltene Entsprechung.
Die Gesellschaft und der Krieg treiben Lionel und David über die Jahre auseinander und wieder zusammen. Was sie in Worten nur schwer ausdrücken können, finden sie in den Geschichten der Sänger und Musikerinnen, die von Liebe und gesellschaftlicher Ausgrenzung handeln. (Andreas Busche)
US 2025, 129 Min., R: Oliver Hermanus, D: Josh O’Connor, Paul Mescal
6 Arco - Eine fantastische Reise durch die Zeiten
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Hoch über den Wolken leben die Menschen im Jahr 2932 auf begrünten Plattformen. Darunter toben die Stürme und Sintfluten des Klimawandels. Die Menschheit hat der Erde eine Auszeit gegeben, damit der Planet sich von ihr erholen kann.
Mit einem regenbogenfarbenen Umhang können die Bewohner nicht nur durch die Luft, sondern auch durch die Zeit fliegen. Der zehnjährige Arco sehnt sich danach, auf Zeitreise zu gehen, stiehlt den Umhang seiner Schwester und bruchlandet im Jahr 2075, wo ihn die gleichaltrige Iris aufliest.
Das Mädchen wird von dem fürsorglichen Roboter Mikki betreut. Die Eltern erscheinen nur gelegentlich als Hologramm. Die Kinder erzählen sich von ihren Welten, die miteinander verbunden sind.
Eine kindgerechte, optimistische Zukunftsvision
Auch wenn Ugo Bienvenues oscarnominierter Animationsfilm als Dystopie angelegt ist, entwirft er – ohne die Augen vor Folgen des Klimawandels zu verschließen – eine kindgerechte, optimistische Zukunftsvision.
Visuell lehnt er sich eng an die Filme von Hayao Miyazaki („Das wandelnde Schloss“) an, kreiert wunderschöne, bunt-melancholische Hintergrundtableaus und eine empathische Kinderperspektive, die mit offenen Augen in die zweifache Zukunft blickt. (Martin Schwickert)
FR 2025, 89 Min., R: Ugo Bienvenu
7 Hear Me: Our Summer
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Die rosa Brille, durch die diese K-Romance die Welt betrachtet, ist nicht pink, sondern hat Gläser in einem sehr, sehr zarten Rosé-Ton.
Der 26-jährige Yong-joon weiß nicht genau, was er mit seinem Leben anfangen soll. Er hat mit Ach und Krach sein Philosophiestudium geschafft und sonst nur eine Fahrerlaubnis und Kenntnisse in Gebärdensprache vorzuweisen.
Eigentlich wollte er die Welt bereisen, und es hieß, dass man die Gebärdensprache überall verstehen würde. Nun hängt er im Imbiss seiner Eltern rum, die ihm drei Monate geben für seine Sinnsuche.
Als er Essen für sie ausliefert, lernt er – welch ein Zufall – die gehörlose Yeo-reum kennen, deren Lebensinhalt es ist, ihrer ebenfalls gehörlosen Schwester zu helfen, Olympia-Schwimmerin zu werden. Diesen beiden normschönen, von Grund auf guten Menschen zu folgen, könnte ganz schön fad sein.
Da aber ein Großteil des Dialogs in Gebärdensprache stattfindet, die direkter ist als die höflichen Umgangsformen in Südkorea sonst, macht es Spaß, zuzuschauen, wie die jungen Menschen sich verunsichert winden. Süß, aber nicht zu süß – außer vielleicht die schnulzige Filmmusik von Cho Young-wuk. (Ingolf Patz)
KR 2025, 109 Min., R: Sun-ho Cho, D: Kyung Hong, Yoon-seo Roh