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Neues Album von A$AP Rocky: Der Rapper feiert mit „Don’t Be Dumb“ und vielen Promi-Gästen sein Comeback

2026-01-17
In leben Vom Aida Baghernejad

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Es war schon zu einer Pointe verkommen: Vergangenes Jahr verkaufte Rapper A$AP Rocky, bürgerlich Rakim Athelston Mayers, T-Shirts mit der Aufschrift „Never dropping“, eine Anspielung auf die fortwährenden Verschiebungen seines vierten Albums. Das letzte erschien im Mai 2018. Und danach?

Hatte Mayers anderes zu tun: Er wurde in Schweden aufgrund einer Prügelei festgenommen (was zu einer mittleren diplomatischen Krise führte), bekam drei Kinder mit Rihanna, stand in Los Angeles vor Gericht, präsentierte sich als moderner Vater, schauspielerte, bekam den wolkigen Titel „Creative Director“ für eine Sonnenbrillenmarke sowie einen Sportartikelhersteller und reüssierte als Gastgeber der Modegala im New Yorker Metropolitan Museum.

Hätte er zwischendrin nicht immer mal wieder Singles veröffentlicht, wäre es naheliegend zu glauben, dass er es seiner Lebensgefährtin gleichtut und die Musik quasi aufgegeben hat und sich um seine dutzenden anderen Berufe kümmert.

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Aber Mayers hat mit seiner Identität als A$AP Rocky nicht abgeschlossen – im Gegenteil, er will’s noch mal wissen. Das Grundproblem insbesondere seines letzten Albums „Testing“ war, dass er unbedingt als ernstzunehmender Künstler wahrgenommen werden wollte, als musikalisch visionär und experimentell.

Nur verhob er sich meistens an seinen Ambitionen. Das führte zu allerlei Spott. So titelte etwa das Onlinemusikmagazin „Pitchfork“ 2022 nach der Veröffentlichung zweier Songs des Rappers, dass ein Wunder geschehen sei und A$AP Rocky zum ersten Mal seit Jahren annehmbare Musik veröffentlicht habe.

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Nun könnte es völlig egal sein, wenn ein mittelmäßiger Musiker nur mittelmäßige Musik veröffentlicht. Allerdings stand A$AP Rocky mit Weggefährten wie Tyler, the Creator, Earl Sweatshirt oder Frank Ocean Anfang der Zehnerjahre für eine neue Richtung, eine neue Ästhetik im Hip-Hop, ein neues Männlichkeitsbild, neue Freude an Satire und Humor, eine neue Eigenständigkeit.

Was uns in die Gegenwart bringt: Mayers bleibt zumindest seiner Liebe zum Experiment und zum Rap jenseits von Mainstream-Ästhetiken treu. Und weiß immer noch, sein Publikum zu entwaffnen und zu irritieren. Das Album eröffnet mit einer Zeile, die auf seine Veröffentlichungspause anspielt – und auf die „kleinen“ Gerichtsverfahren, in die er verwickelt war. Da kann man Mayers das dauernde Verschieben seines Albums nicht übel nehmen.

Und auch nicht die sehr chaotische Veröffentlichungshistorie von Songs, die als Vorboten des Albums angekündigt worden waren – etwa „Highjack“ mit der fantastischen Singer-Songwriterin Jessica Pratt, und „Taylor Swif“, dessen völlig surrealistisches Video in der Ukraine gefilmt wurde – und dann entweder nicht auf dem nun veröffentlichten Werk zu finden sind oder sogar ein paar Tage nach Veröffentlichung wieder gelöscht wurden. 

Ohne Chaos und übergroße Ambitionen geht es bei Mayers nicht, doch „Don’t Be Dumb“ klingt zumindest von seiner Soundästhetik durchdacht. Zwar fehlen unwiderstehliche Hits wie „Goldie“, „Fashion Killa“ oder „Wild for the Night“ aus seinen Anfangstagen. Dafür aber vermitteln spannende Sound-Ideen von Indierock-Anklängen bis hin zu aufwendig geschichteten Klangebenen eine geradezu filmische Atmosphäre.

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Was nicht verwundert, denn Filmkomponist Danny Elfman gehört zu den Produzenten des Albums, und auch die Jazzmusiker Thundercat und Jon Batiste haben ihre Finger im Spiel. Sie sind nicht die einzigen Gäste: Kultregisseur Tim Burton hat das Plattencover gestaltet, zudem gibt es zahlreiche Features.

Die reichen von unbekannteren Namen wie dem R’n’B-Sänger Brent Fayaz auf „Stay Here 4 Life“ bis hin zu den Gorillaz bei „Whiskey (Release Me)“ oder Tyler, the Creator bei „Fish N Steak (What It Is)“. Im wunderbaren „The End“ sind Will.i.am von den Black Eyed Peas und eine ätherische Jessica Pratt zu hören.

Ein Highlight ist die Zusammenarbeit mit Doechii, der Rapperin der Stunde, auf dem jazzinspirierten, kammerspielhaften „Robbery“, einer Art überzeichneter Bonnie-&-Clyde-Erzählung. 

Das Album

„Don’t Be Dumb“ ist das vierte Studioalbum des US-amerikanischen Rappers A$AP Rocky. Als Gäste sind unter anderem Doechii, Gorillaz, Jon Batiste, Jessica Pratt, Danny Elfman, Thundercat und Tyler, The Creator dabei. Das Cover-Artwork stammt von Tim Burton. Das Album erscheint bei Sony.

Überzeichnet sind die Texte auch an anderer Stelle und nicht immer funktioniert das auch: In „STFU“, ein Kürzel für, nun ja, eine energische Aufforderung, den Mund zu halten, rappt er über die rassistische Aussage von rechten US-Politikern, dass haitianische Einwanderer Katzen essen würden, und rechnet mit der Klatschpresse ab.

Mit „Stole Ya Flow“ liefert er nach Kendrick Lamar nun auch einen kaum verhohlenen Diss gegen den kanadischen Musiker Drake nach und auf „The End“ geht es einmal um alles: die Apokalypse, den Ku-Klux-Klan, die Klimakatastrophe und nicht zuletzt den schlechten Zustand der Schulen.

Die Zeile „Don’t Be Dumb“, zu Deutsch „Sei nicht dumm“, taucht in mehreren Songs auf. A$AP Rocky will uns warnen: Bleibt auf der Hut, die Welt da draußen wartet nur auf einen Fehler – und schon könnte man, wie er, vor dem Richter landen.

Diese einfache Weisheit präsentiert er auf äußerst unterhaltsame Art. Oder anders gesagt: Wenn das Ergebnis von wiederholten Problemen mit der Justiz klingt wie „Don’t Be Dumb“, kann man Mayers nur weiterhin ein spannendes Privatleben wünschen.

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