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Arbeitsmarkt: Frühjahrsbelebung auf Arbeitsmarkt ohne großen Schwung

2026-04-01
In wirtschaft Vom admin

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Ein bisschen Hoffnung, aber noch keine Wende: Der März hat am Arbeitsmarkt für eine erste leichte Belebung gesorgt, wenngleich Experten noch keine durchgreifende Erholung erkennen. „Von einer Frühjahrsbelebung ist am Arbeitsmarkt noch nicht viel zu spüren“, sagte etwa der Arbeitsmarktexperte von Deutsche Bank Research, Marc Schattenberg. 

Belebung ohne Schwung

„Im März beginnt wie üblich die Frühjahrsbelebung - dieses Jahr allerdings ohne nennenswerten Schwung“, sagte auch die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles. Sie präsentierte mit 3,021 Millionen erneut eine Zahl von mehr als drei Millionen Arbeitslosen. Allerdings: Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der Arbeitslosen immerhin um 49.000 gesunken - stärker als in den drei Jahren zuvor. 

Im Vergleich zum selben Zeitpunkt des Vorjahres bedeutet das jedoch ein Plus von 54.000 Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote sank im März gegenüber Februar um 0,1 Punkte auf 6,4 Prozent. Für die März-Statistik zog die Bundesagentur Datenmaterial heran, das bis zum 12. des Monats vorgelegen hatte.

Iran-Krieg-Auswirkungen noch nicht berücksichtigt

Die Bundesagentur sieht derzeit lediglich saisonale Ursachen für die leichte Belebung, konjunkturelle Gründe seien bisher nicht zu erkennen. Die Situation im Iran habe sich in den bisherigen Zahlen noch nicht niedergeschlagen - womöglich ein Grund zur Sorge. Denn die Auswirkungen von Ölpreisschock und wachsender Unsicherheit könnten in den nächsten Monaten noch deutlich wirken und sich etwa in der Zurückhaltung bei der Einstellung neuer Beschäftigter zeigen. 

„Es steht zu befürchten, dass neben den hausgemachten Problemen in Kürze auch der Iran-Krieg voll auf den deutschen Arbeitsmarkt durchschlagen wird“, sagte der Arbeitsmarkt-Experte der Linke-Bundestagsfraktion, Pascal Meiser. Er forderte die Abkehr von fossilen Energieträgern und die Stärkung unterer und mittlerer Einkommen zur Stärkung der Binnennachfrage. 

Die monatliche Studie der Marktforschungsinstitute GfK und NIM zum Konsum in Deutschland hatte bereits vor Tagen Alarmsignale gesendet, weil die Erwartungen der Deutschen zum Einkommen eingebrochen waren und bei den Verbrauchern Inflationsängste vorherrschen. 

„Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt, auch durch weitere internationale Unsicherheiten“, sagte Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD). „Umso wichtiger ist, dass wir jetzt gezielt gegensteuern. Mit dem Investitionspaket von 500 Milliarden Euro setzen wir einen starken Impuls für Beschäftigung und wirtschaftliche Stabilität.“ Gleichzeitig würden Betriebe und Beschäftigte im Wandel unterstützt mit Qualifizierung, Weiterbildung und Instrumenten, die direkte Übergänge in neue Arbeit erleichterten.

Maschinenbauverband will Sozialbeiträge senken

Der Verband der Maschinenbauindustrie (VDMA) übte Kritik an politischen Entscheidungen. „Während der Staat Jobs schafft, baut die Industrie sie ab. Das ist ein strukturelles Problem“, sagte VDMA-Vertreter Fabian Seus. „So wird der wirtschaftliche Aufschwung nicht gelingen.“ 

Nötig seien niedrigere Sozialversicherungsbeiträge und mehr Flexibilität. „Staatliche Investitionen sind kein Selbstläufer. Wer Milliarden in die Wirtschaft pumpt, ohne gleichzeitig die strukturellen Bremsklötze zu entfernen, wird wenig bewegen, jedoch viel verpulvern“, sagte Seus. „Die Rechnung dafür zahlen am Ende unsere nachfolgenden Generationen.“

Im Monat März erhielten nach Zahlen der Bundesagentur 1,104 Millionen Menschen Arbeitslosengeld, 98.000 mehr als im März 2025. Die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldempfänger belief sich einer Hochrechnung der Bundesagentur zufolge auf 3,82 Millionen - 147.000 weniger als ein Jahr zuvor. Viele Bürgergeldempfänger arbeiten, der Verdienst muss jedoch mit Hilfe von Bürgergeld aufgestockt werden, um die Kosten des Lebensunterhaltes zu decken.

Arbeitskräftenachfrage auf niedrigem Niveau stabil

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich den Angaben der Bundesagentur zufolge auf niedrigem Niveau stabilisiert. Bei den Arbeitsagenturen waren im März insgesamt 638.000 freie Stellen gemeldet, das sind 5.000 weniger als noch vor einem Jahr. Es bleibt für Arbeitslose somit weiter schwierig, eine neue Stelle zu finden. 

Auf dem Ausbildungsmarkt gibt es weiterhin eine deutliche Deckungslücke. 213.000 junge Leute hatten bis März weder eine Lehrstelle noch eine Alternative gefunden - und das, obwohl mit 366.000 gemeldeten Ausbildungsplätzen mehr Stellen zur Verfügung stehen, als rechnerisch für die 332.000 Bewerber nötig werden. Allerdings unterliegt die Zahl der gemeldeten Stellen einer statistischen Problematik bei der Bundesagentur - die tatsächliche Zahl dürfte Schätzungen zufolge um etwa acht Prozent höher liegen.

© dpa-infocom, dpa:260331-930-889047/3

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