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Start-up mit Promi-Glanz: Vom Hobby zum Hype: 3D-Sneaker aus Hamburg erobern die Welt

2026-02-17
In wirtschaft Vom admin

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Ex-Basketball-Star Shaquille O'Neal trägt sie, Sänger Justin Bieber zieht sie an und schon bald sollen Millionen Menschen auf der Welt Turnschuhe tragen, die in 3D-Druckern der Hamburger Firma Zellerfeld entstanden sind. Das ist zumindest der Traum von Cornelius Schmitt. Und dem kommt der 30-Jährige mit großen, sportlichen Schritten immer näher. 

Aus Clausthal-Zellerfeld in die Welt

Der Industrial-Ingenieur aus Münster liebt extravagante Turnschuhe. Schon immer. Aus diesem Antrieb heraus ist in seiner Studentenbude im Harz - genauer gesagt in Clausthal-Zellerfeld bei Goslar - etwas Kleines entstanden, das mittlerweile ein millionenschweres Unternehmen ist und von internationalen Stars, Designern und Schuhmarken mitgetragen wird. 

Gerade einmal Anfang 20 ist er, als er die ersten Drucker baut und die passende Software aufsetzt. „Das war einfach ein Hobbyprojekt als Student. Ich liebe Schuhe.“ Schon damals hätten viele Designer auf Social Media viel coolere Schuhdesigns hergestellt als die großen Marken. 

Also hat er einfach mit ihnen direkt einen Deal gemacht und einigen von ihnen gesagt: „Du gibst mir dein Design, ich drucke dir das for free, aber dafür darf ich das auch haben. Und so ging das dann quasi los“, erinnert sich Schmitt an die Anfänge.

Die Idee schlägt Wellen, ein Designer folgte auf den Nächsten. Irgendwann kam Cornelius Schmitt nicht mehr hinterher. Seitdem nimmt er Geld, wenn Designer und Schuhmarken über Zellerfelds Plattform ihre Sneaker drucken. Ohne Lizenzgebühren. Die Gewinne werden den Angaben zufolge 60:40 zugunsten der Designer geteilt. „Mittlerweile fragen die weltweit größten Schuhmarken bei uns an.“

Datenbank mit mehr als 1.000 Sneaker-Modellen

Und die Datenbank wächst und wächst. Ob extravagant, riesig, zart oder ganz klassisch - mehr als 1.000 verschiedene Modelle von Designerinnen und Designern aus der ganzen Welt können Sneaker-Fans mittlerweile abrufen. Sogar eigene Modelle können sie erstellen.

Auch Stars tragen längst Zellerfeld-Sneaker ihrer Lieblingsdesigner oder designen sie einfach selbst. Basketball-Star O'Neal hat etwa 30 Schuhe in Größe 60 bei den Hamburgern bestellt. „Das war schon verrückt, als Justin Bieber die Schuhe von uns getragen hat. Drake oder zum Beispiel Will.i.am wollten Schuhe von uns.“ Die Nachfrage ist mittlerweile riesig, das Interesse von Investoren hoch. Zellerfeld rüstet auf. 

Am Hamburger Standort sollen bis Ende 2026 bis zu 2.000 3D-Drucker stehen, bisher sind es gut 200. In den USA in Austin stehen ebenfalls bereits hunderte Zellerfeld-Drucker.

Jede Einheit ist ein schwarzer, mannshoher Kasten. Und darin, hinter einer Glasscheibe, entsteht innerhalb von 12 bis 24 Stunden aus einem dünnen Kunststofffaden ein Paar Turnschuhe. Einzelbestellungen werden exakt auf den eigenen Fuß angepasst. Den voll recycelbaren „Zellerfoam“ hat Schmitt patentieren lassen, ebenso die Technik für den 3D-Druck der Schuhe.

Normalerweise dauere Herstellung eines Schuhes von der Idee bis zum Laden bis 24 Monate. „Bei uns ist es ein Tag.“ Ob edler Halbschuh, Turnschuh, Flip-Flops oder Boots: „Es ist nur die Software, die entscheidet, was aus dem Drucker rauskommt.“ Das spart Zeit und Kosten. 

Auf 10 bis 20 Euro pro Schuh will Schmitt die Kosten schon bald reduzieren können. „Und auf einmal kann jeder einen Schuh machen. Und das ist ja auch die Energie, die wir in die Industrie geben wollen.“ 2026 will Schmitt rund eine Million Schuhe produzieren. 

Schmitt ist davon überzeugt, dass schon bald kaum noch einer in einen Schuhladen gehen wird. Wer sich perfekt passende Schuhe in seinem Lieblingsdesign jederzeit drucken lassen könne, werde doch in einem Schuhgeschäft mit nur wenigen Modellen nicht froh. „Ich glaube deswegen, dass traditionell hergestellte Schuhe ein Ding der Vergangenheit sein werden.“ Mit seiner Firma revolutioniere er quasi die Schuhindustrie.

Verband: Technologie für ganze Schuhe noch nicht ausgereift

Der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie sieht dagegen keine Gefahr für das klassische Schuhhandwerk. Sie könne von den Entwicklungen im Materialbereich durchaus profitieren, sagt Torben Schütz, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Verbandes. Aber Schuhe nur aus dem 3D-Drucker? Das sei „aus unserer Sicht noch nicht ausgereift“. 

Auch Schmitt sieht durchaus noch viele Potenziale. Erst vor wenigen Wochen hat Zellerfeld gemeinsam mit Nike die ersten mehrfarbigen Schuhe aus dem 3D-Drucker vorgestellt. „Ein weiterer Durchbruch und Meilenstein für uns“, so Schmitt. „Auch orthopädisch angepasste Fußbetten werden bald kommen“, verspricht der 30-Jährige.

© dpa-infocom, dpa:260216-930-692150/1

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