Wegen eines Badegangs in der Spree im Berliner Regierungsviertel hat die Polizei ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen Komiker Wigald Boning eingeleitet. Das teilte ein Polizeisprecher am Dienstagnachmittag auf Nachfrage mit. Zunächst hatte die „Berliner Morgenpost“ berichtet.
Boning selbst hatte den Vorfall auf der Plattform Instagram publik gemacht. Täglich postet der Komiker Videos, die ihn beim Baden zeigen. Hintergrund ist, dass Boning seit mehr als drei Jahren täglich im Freien schwimmt – unabhängig von Wetter und Jahreszeit und auch, wenn er auf Reisen ist.
Ende März sprang er mit einer Begleiterin in die Spree. „Wir teilen die Leidenschaft fürs Wasser und für besondere Badeorte“, erzählt der Komiker in dem Video. „Kein Schiff ist zu sehen, kaum Passanten – allerdings doch zwei Polizisten, die dann unsere Personalien aufnehmen“, sagt Boning. Und fügt an: „Wir bekommen Post. Bin gespannt, was drinsteht“.
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Laut Berliner Polizei wurden zwei Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Wegen eines „Verstoßes gegen die Binnenschifffahrtsstraßenordnung“, sagte ein Sprecher. Nähere Auskünfte kann die Polizei aufgrund des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte nicht liefern. Laut des aktuellen Bußgeldkatalogs drohen Boning und seiner Begleiterin eine Strafe von bis zu 5000 Euro.
In der Berliner Innenstadt darf schon seit 100 Jahren nicht mehr in der Spree gebadet werden. Vergangenen Oktober hatte zuletzt der gemeinnützige Verein „Flussbad Berlin“ dagegen mit einer Badeaktion protestiert – bei 13 Grad Außentemperatur.
Die zuständige Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt ist hinsichtlich einer Aufhebung des Verbots skeptisch. Sie weist darauf hin, dass Spreekanal und Spree Bundesschifffahrtsstraßen für den Schiffsverkehr seien und es auch offene Fragen zur Wasserqualität gebe. (mit dpa)