Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) hat das Kabinenpersonal der Deutschen Lufthansa für Freitag, 10. April, zu einem ganztägigen Streik aufgerufen. Der Ausstand beginnt um 00.01 Uhr und endet um 22.00 Uhr. Er betrifft alle Abflüge der Lufthansa von den Drehkreuzen Frankfurt und München. In einer Urabstimmung hatten nach Gewerkschaftsangaben 94 Prozent der Teilnehmenden für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt.

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Ausfälle auch am BER und bei Anschlussflügen
Die Auswirkungen reichen über die beiden Drehkreuze hinaus. Zwar sind die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter der Lufthansa‑Kerngesellschaft nur in Frankfurt und München zum Streik aufgerufen. Am Flughafen BER fallen jedoch sämtliche Abflüge der Regionaltochter Lufthansa Cityline aus. Zudem müssen Passagiere damit rechnen, dass zahlreiche Anschlussflüge über die Drehkreuze gestrichen werden.
UFO‑Vorsitzender Joachim Vázquez Bürger erklärte, man habe die Osterfeiertage bewusst von Arbeitskampfmaßnahmen ausgenommen, um die Belastung für Reisende gering zu halten. „Dass es nun dennoch zu Beeinträchtigungen bei der Rückkehr aus den Ferien kommen kann, ist uns sehr bewusst und wir bedauern das ausdrücklich“, sagte er. Die Verantwortung liege jedoch bei Lufthansa, „die es bislang nicht einmal geschafft hat, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen“.
Festgefahrene Tarifverhandlungen
Hintergrund des Streiks sind monatelang festgefahrene Verhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag. Nach Darstellung der Gewerkschaft habe Lufthansa über fast fünf Monate hinweg signalisiert, die Forderungen des Kabinenpersonals nicht aufgreifen zu wollen. UFO erklärt die Gespräche für gescheitert.
Harry Jaeger, Leiter Tarifpolitik und Verhandlungsführer der Gewerkschaft, warf der Arbeitgeberseite vor, sich „über Monate nicht einen Millimeter“ bewegt zu haben – weder beim Belastungsschutz noch bei Planbarkeit oder Kündigungsfristen. Stattdessen fordere Lufthansa „tiefe strukturelle Einschnitte“ unter dem Schlagwort Produktivität. „Auf dieser Grundlage ist eine Einigung schlicht undenkbar“, sagte Jaeger.
Die Gewerkschaft betont zugleich ihre Gesprächsbereitschaft. Der Streik sei die Umsetzung des klaren Mitgliederauftrags, so Vázquez Bürger. (Tsp)