Ein IT-Ausfall hat an der Berliner Charité am Dienstag zu Problemen geführt. Die Feuerwehr konnte zwischen 17.10 Uhr und dem späten Abend den Virchow-Campus der landeseigenen Universitätsklinik in Wedding nicht anfahren, dort befindet sich Berlins größte Rettungsstelle.
Auch die Charité-Krankenhäuser in Mitte und Steglitz waren von dem Ausfall betroffen. Am Abend gab ein Charité-Sprecher schließlich Entwarnung: Man habe die Panne behoben. Stunden zuvor hatte die Charité mitgeteilt: „Nach einem Defekt in einem Rechenzentrum der Charité kommt es seit dem Mittag zu technischen Störungen im IT-System an allen drei bettenführenden Campi“. Die Patientenversorgung blieb demnach stabil.
Cyberangriff an Charité ausgeschlossen
„Wir haben dennoch sicherheitshalber die zentralen Notaufnahmen abgemeldet, sodass sie von der Feuerwehr nicht angesteuert werden“, hieß es. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt spricht nichts für einen Cyberangriff, wir gehen von einem unerfreulichen technischen Problem aus.“ Es lägen keine Anhaltspunkte für einen gezielten Angriff vor.
Das ist insofern relevant, als Hacker in den vergangenen Jahren öfter in IT-Netze deutscher Krankenhäuser eindrangen. Dabei blockierten sie Patienten-Datenbanken, um die Kliniken zu erpressen. Die Cyberangreifer gaben an, erst nach Zahlung eines Lösegelds die illegale Verschlüsselung der digitalen Krankenakten aufzuheben. Der Zugriff auf Patienten-Informationen ist auch für den Schwarzmarkt interessant. Dort wird mit solchen Daten gehandelt.
Hybride Kriegsführung gefährdet Berlin
Dass nicht nur Krankenhäuser im Visier internationaler Hackergruppen stehen, bestätigte zuletzt die Berliner Innenverwaltung. Vor der Berlin-Wahl warnte die Behörde, dass das Risiko für Cyberattacken im Zeitalter hybrider Kriegsführung hoch bleibe. Erst im vergangenen Jahr lähmte ein Hackerangriff den Hauptstadtflughafen für mehrere Tage.
Die Charité setzt mehr als 2,5 Milliarden Euro im Jahr um, darunter Geld von Krankenkassen, Landeszuschüsse und Drittmittel für die Forschung. Europas größtes Hochschulkrankenhaus verfügt über vier Hauptstandorte, 3300 Betten und samt Tochterfirmen rund 24.000 Beschäftigte.