Sieben Wochen nach dem Anschlag auf das Stromnetz im Berliner Südwesten verdeutlicht der Senat, wie gefährdet die hiesigen Netze sind. Am 3. Januar hatten Unbekannte eine Kabelbrücke in Zehlendorf angezündet. Der darauffolgende Stromausfall im Frost betraf 100.000 Anwohner, dazu Bahnen, Kliniken und Pflegedienste.

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Der Anschlag gelang, obwohl erst nach einem vorherigen Angriff auf Hochspannungsleitungen in Johannisthal im September 2025 an „kritischen Punkten“ wie Sendemasten und Netzknoten erhöhte Sicherheitsmaßnahmen eingeführt worden waren. Das geht mit Bezug auf die Stromnetz Berlin GmbH aus einer Antwort von Wirtschaftsstaatssekretär Severin Fischer (SPD) auf eine schriftliche Frage der Abgeordneten Gollaleh Ahmadi (Grüne) hervor.
Trotz „sorgfältiger Risikovorkehrungen“ könnten „Anschläge mit hoher krimineller Energie nicht vollständig ausgeschlossen werden“, heißt es in der Antwort. So sei die von den Saboteuren avisierte Kabelbrücke am Teltowkanal in Lichterfelde von einem Container umschlossen und durch Zäune geschützt gewesen. Trotz der Vorkehrungen überwanden die Täter den Schutz.
Nach dem Januar-Anschlag legten neue Risikoanalysen weitere Maßnahmen nahe, man rüste nach. Zu Einzelheiten äußert sich der Senat nicht, aus Sicherheitsgründen könnten auch keine technischen Details bezüglich der „Widerstandsfähigkeit von Betriebsmitteln“ veröffentlicht werden. Grünen-Politikerin Ahmadi hatte gefragt, welche Temperaturen nötig gewesen waren, um die Schutzmäntel der Kabel zu zerstören.
Zusammengefasst lässt sich mit der Senatsantwort sagen: Berlin verfügt im Alltag über ein zuverlässiges Hochleistungsnetz, das allerdings leicht Ziel für Saboteure werden kann. Die Hauptstadt war im Januar von externer Unterstützung abhängig. Die mehr als 40 Netzersatzanlagen, die in den Tagen nach dem Anschlag im Einsatz waren, kamen nicht nur aus Berlin, sondern unter anderem aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie von der Bundeswehr.
Der Generalbundesanwalt ermittelt wegen Terrorverdachts, verdächtigt werden Linksextremisten. Wer Polizei und Justiz bis zum 24. Februar entscheidende Informationen für die Aufklärung des Brandanschlags liefert, könnte mit bis zu einer Million Euro belohnt werden.