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Er spielte Charakterrollen: „Ich liebe den Geruch von Napalm“: Robert Duvalls Filmerbe

2026-02-17
In gesellschaft Vom admin

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„Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen“. Eiskalt läuft es einem den Rücken runter, wenn Robert Duvall wie hier einen Fiesling im Film „Apocalypse Now“ (1979) über den Vietnam-Krieg spielte. Er hat Hollywood und dem Kino weltweit beeindruckendes Schauspiel präsentiert. Mit 95 Jahren starb die Hollywood-Legende nun laut Medienberichten in den USA.

Auch das Filmepos „Der Pate“ aus den 1970er Jahren steht auf der langen Liste seiner Filmerfolge. Duvall spielte den eher besonnenen Berater und Adoptivsohn des Mafia-Paten Vito Corleone (Marlon Brando). Damit schrieb Duvall mit Filmgeschichte.

Seit den 1960er Jahren hatte er über 130 Film- und Fernsehauftritte. Zum Beispiel spielte er im Filmdrama „Apostel!“ (1997) nicht nur die oscarnominierte Hauptrolle eines von der Polizei gesuchten Predigers - Duvall war auch als Regisseur, Autor und Produzent an Bord. 1999 kam eine weitere Nominierung für seine Nebenrolle in dem Drama „Zivilprozess“ an der Seite von John Travolta dazu.

Noch mit über 90 vor der Kamera

Duvall spielte bis ins hohe Alter und er präsentierte sich als fit. Kurz vor seinem 95. Geburtstag im Januar hatte er auf Facebook ein kurzes Video von seinem Krafttraining gepostet. Darin sitzt der Leinwandveteran auf einem Stuhl und stemmt eine Hantel. Er habe sich für Dreharbeiten immer fit gehalten, schreibt der Schauspieler. Er sei aber nie ins Fitnessstudio gegangen, sondern habe Tennis, Schwimmen oder Reiten vorgezogen. 

An der Seite von Adam Sandler und Queen Latifah spielte er 2022 in dem Netflix-Sportdrama „Hustle“ mit. Mit Christian Bale drehte er im selben Jahr den Mystery-Thriller „Der denkwürdige Fall des Mr Poe“.

Im hohen Alter heimst Duvall auch noch Nominierungen für Preise ein. In dem Justizdrama „Der Richter - Sein wichtigster Fall“ bot er als schwierige Vaterfigur seinem Leinwandsohn Robert Downey Jr. die Stirn. Für diese Altersrolle war er mit 84 Jahren im Oscar-Rennen - zum siebten Mal in seiner Laufbahn.

Einen Oscar

1984 gewann Duvall schließlich einen Oscar mit der Rolle des alkoholsüchtigen Country-Sängers Mac Sledge in „Das Comeback der Liebe“ („Tender Mercies“).

Vorliebe für Western-Rollen

Er selbst sah sich am liebsten in Western-Rollen. An der Seite von John Wayne spielte er 1969 in „Der Marshal“ den berüchtigten Banditen Ned Pepper, ein Millionenpublikum kennt ihn aus der Western-Serie „Weg in die Wildnis“ (Lonesome Dove). Leute würden ihn oft nach seiner Lieblingsrolle fragen, schrieb Duvall mal auf Facebook - und gab die Antwort in einem Video: Es war der Texas-Ranger Augustus McCrae aus der Hit-Serie „Weg in die Wildnis“. Der Dreh sei einer der Highlights seines Lebens gewesen. Für die Serie standen mit ihm Tommy Lee Jones, Diane Lane und Anjelica Huston vor der Kamera. 

Als Kind habe er viel Zeit auf der Farm seines Onkels im ländlichen Montana verbracht. Hätte er sich nicht für die Schauspielerei entschieden, wäre er bestimmt Cowboy geworden, erzählte Duvall 2020 im Interview der US-Zeitschrift „Cowboys and Indians“.

Sohn einer Militär-Familie

Der im kalifornischen San Diego geborene Sohn eines Admirals zog mit der Familie viel um. Seine Eltern hätten ihn zur Schauspielerei überredet, blickte Duvall 2020 im Interview des Militär-Journals „We Are The Mighty“ auf seine Karriere zurück. Er habe an einem kleinen College Drama studiert und dort seine Liebe zur Schauspielerei entdeckt. 

Nach dem eigenen Militärdienst Mitte der 1950er Jahre lernte er in New York am Neighborhood Playhouse sein Handwerk, zeitweise teilte er sich mit Dustin Hoffman eine Wohnung. Auch Gene Hackman (1930 - 2025) zählte damals zu seinen Freunden und Studienkollegen. Nach Broadway-Rollen gab Duvall 1962 sein Filmdebüt an der Seite von Gregory Peck, als Sonderling Boo Radley in dem Rassismusdrama „Wer die Nachtigall stört“.

Marlon Brando als Vorbild

Sein eigenes Idol war Marlon Brando (1924-2004), mit dem er sich in „Ein Mann wird gejagt“, „Der Pate“ und „Apocalypse Now“ die Leinwand teilte. „Er war bahnbrechend“, schwärmte Duvall im Interview von „We Are The Mighty“. Brando habe die Schauspielwelt umgekrempelt.

Auch mit Tom Cruise habe er gerne gearbeitet, erzählt Duvall. Zusammen standen sie für den Rennfahrerstreifen „Tage des Donners“ (1990) und den Kriminalfilm „Jack Reacher“ (2012) vor der Kamera. 

Vierte Ehe mit Argentinierin

Auf die Frage, worauf er im Leben und in seiner Karriere am stolzesten sei, kam Duvall auf seine vierte Ehefrau Luciana Pedraza zu sprechen. „Wir haben eine schöne Beziehung“, sagte der Leinwandveteran. Er schwärmte von ihren Kochkünsten und ihrem Martial-Arts-Kampfgeschick. Seit 2005 war der kinderlose Schauspieler mit der gebürtigen Argentinierin verheiratet. Laut den Medienberichten starb der 95-Jährige „friedlich“ in seinem Haus im US-Bundesstaat Virginia im Osten der USA.

© dpa-infocom, dpa:260216-930-695897/3

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