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Mutmaßlicher Angriff bei schwulem Date in Berlin: Vier Männer schlugen auf ihn ein

2026-01-09
In gesellschaft Vom Luca Lang

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Eigentlich ist Quang Paasch zu einem Date verabredet. Aber kurz nachdem er am Abend des 3. Januar gegen 20 Uhr in der Neuköllner Morusstraße ankommt, wird er von zwei Männern angegriffen, erzählt er. Sein Gesicht weist Blessuren auf und eines seiner Augen ist von einem blau-gelben Bluterguss umrandet, als der Aktivist und Journalist aus Berlin dem Tagesspiegel dieses Erlebnis bei einem Videocall schildert.

Paasch erklärt, er habe vor einer Haustür in Neukölln gewartet, in der Annahme, er treffe gleich eine Person, die er zuvor über eine Dating-App kennengelernt hatte. Doch die Verabredung diente offenbar als Falle, um ihn anzugreifen. Zwei Männer seien plötzlich von hinten auf ihn losgegangen – einer mit Pfefferspray, der andere mit einem Faustschlag.

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Wenig später seien zwei weitere Männer auf ihn zugelaufen. „Kurz dachte ich, vielleicht helfen sie mir“, sagt Paasch. Jedoch hätten auch sie auf ihn eingeschlagen. Die Angreifer hätten versucht, Paaschs Mund zuzuhalten, um dessen Schreie zu unterdrücken. Außerdem hätten sie sein Handy gestohlen.

Nachdem die vier mutmaßlichen Angreifer von ihm gelassen hatten, sei Paasch ihnen gefolgt, um sein Mobiltelefon zurückzufordern. Ein Mann aus der Gruppe habe ihn daraufhin erneut zu Boden geschlagen und in Hörweite einer Gruppe Kinder, die in der Nähe eine Schneeballschlacht veranstalteten, als „pädophil“ beschimpft. „Ich war komplett unter Schock und wusste nicht, was ich machen soll“, sagt Paasch. „Und gleichzeitig kamen diese Kinder und durchlöcherten mich mit Fragen.“

Ich traue mich kaum raus, und wenn ich draußen bin, bin ich sehr achtsam und zum Teil panisch.

Quang Paasch über die Folgen der Attacke

Ein Anwohner, der offenbar Paaschs Schreie gehört hatte, half ihm schließlich. Mit ihm zusammen sei Paasch zu einer Polizeiwache gegangen, erklärt er im Gespräch. Das Handy sei einige Meter weiter in der Morusstraße von der Polizei gefunden worden. Mutmaßlich hatten es die Täter dort hingeworfen.

Ein Sprecher der Berliner Polizei bestätigte dem Tagesspiegel, dass in dem Fall ermittelt wird. Die Untersuchungen leitet demnach die örtliche Kriminalpolizei, der Tatverdacht lautet schwerer Raub. Dies ist häufig der Fall bei Angriffen mit der Dating-Masche, da Betroffene eine queerfeindliche Motivation der Täter nur schwer beweisen können.

Ob Zeugen des Vorfalls befragt oder Chatverläufe der Dating-App ausgewertet wurden, könne man aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitteilen, sagte der Polizeisprecher.

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Das Dating-Profil, mit dem Quang Paasch sich eigentlich verabredet hatte, sei kurz nach dem Angriff bereits gelöscht worden, sagt er. Auch deshalb geht Paasch davon aus, dass es sich um eine geplante Tat handelte. Gezielte Überfälle bei schwulen Online-Dates sind ein bekanntes Muster queerfeindlicher Straftaten.

Auch in Berlin gibt es immer wieder derartige Fälle. Ungewöhnlich an dem mutmaßlichen Angriff auf Paasch ist, dass er vor einem Wohnhaus in einem dicht besiedelten Berliner Bezirk stattgefunden haben soll. Oftmals locken Täter ihre Opfer bei der Dating-App-Masche an abgelegene Orte, um möglichst ungestört angreifen zu können.

Neben dem blauen Auge erlitt Paasch, der den Angriff auch in einem Instagram-Video schilderte, ein Schädel-Hirn-Trauma und mehrere Prellungen. Seither leide er unter anhaltenden Kopfschmerzen.

Dennoch meint Paasch, er habe „sehr viel Glück“ gehabt. „Ich bin physisch recht gut davongekommen“. Knapp eine Woche nach dem Übergriff habe er allerdings immer noch Angst davor, nach draußen zu gehen. „Ich traue mich kaum raus, und wenn ich draußen bin, bin ich sehr achtsam und zum Teil panisch“, sagt er. „Aber ich versuche nach und nach in den Alltag zurückzufinden.“

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