Eis auf den Straßen, schlechte Sicht und Schneeverwehungen: Über Berlin und Brandenburg zieht am Freitag das Sturmtief Elli. Bereits für Donnerstag ist starker Schneefall angekündigt, später bringt das Tief teils gefrierenden Regen und starken Ostwind. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) können drei bis acht, lokal sogar bis zu 15 Zentimeter Neuschnee fallen. Der DWD sagt angesichts der Wetterlage glatte Straßen und winterliche Verkehrsbehinderungen voraus.
Behörden rufen zu besonderer Vorsicht auf. Kliniken stellen sich auf Verletzte nach Stürzen und Unfällen ein. Die Winterdienste in Berlin und Brandenburg sind gefordert. Wer nicht unbedingt unterwegs sein muss, sollte zu Hause bleiben und das Auto stehenlassen, raten die Wetterdienste.
23.12 Uhr: Parks und Schlösser schließen
Die Parkanlagen und Schlösser der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg bleiben am Freitag (9. Januar) vorsorglich geschlossen. Grund sei Sturmtief „Elli“ und die damit einhergehende Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes, wie die Stiftung am Abend mitteilte. Die vorhergesagte Schneelast erhöht demnach die Gefahr von Astbruch. Auch Einschränkungen auf den Wegen und Straßen seien wahrscheinlich.
21.40 Uhr: Wetterdienst warnt vor Schneeverwehungen und eingeschränkter Sicht
Der Deutsche Wetterdienst warnt vor „markanten bis unwetterartigen Schneeverwehungen“ in Berlin und Teilen Brandenburgs im Laufe des Freitags. Für Berlin, den Kreis Barnim, den Kreis Dahme-Spreewald, den Kreis Havelland, den Kreis Märkisch-Oderland, den Kreis Oberhavel, den Kreis Oder-Spree, den Kreis Ostprignitz-Ruppin, den Kreis Potsdam-Mittelmark, den Kreis Prignitz, den Kreis Teltow-Fläming, die Stadt Brandenburg und die Stadt Potsdam gaben die Experten deshalb eine Unwetterwarnung heraus.
Jene Warnung gilt demnach von Freitagmorgen um 7.00 Uhr bis voraussichtlich Mitternacht. Neben der Gefahr von starken Schneeverwehungen sei damit zu rechnen, dass es vielerorts glatt werde. Durch hohe Schneedecken, blockierte Verkehrswege und stark eingeschränkte Sichtweiten bestehe Gefahr für Leib und Leben, teilten die Wetterexperten mit. Windböen erreichen demnach Geschwindigkeiten von rund 60 km/h.
Der RBB beruft sich indes auf einen Meteorologen des DWD, der die Wetterlage deutlich zurückhaltender einschätzt. Das Schneefallgebiet erreiche Berlin erst gegen 10 Uhr am Freitag und bringe „relativ wenig Schnee“. Zudem bleibe Regen aus, weshalb nicht mit überfrierendem Schnee zu rechnen sei, zitiert der RBB den Meteorologen.
21.30 Uhr: Musikschüler aus Marzahn-Hellersdorf empfehlen Song zum Warmhalten
Die Gruppe „Blockbox“, ein Projekt der Hans-Werner-Henze-Musikschule in Marzahn-Hellersdorf, empfiehlt Tagesspiegel-Lesern einen „Song zum Warmhalten“. Das Lied „Katze im Arm“ ist mit Kindern der 6. und 7. Klasse in einer Projektwoche an der freien Schule Mahlsdorf entstanden, wie die Gruppe mitteilt:
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21.20 Uhr: Tagesspiegel-Leser schicken Bilder aus dem Schnee
Vier Tagesspiegel-Leser schicken Bilder aus dem verschneiten Berlin:
© Lena Marie Wagner
© Marcel-Th. Jacobs
© Quintinus Torke
© Heide Waechter
Schicken Sie uns auch gern Bilder vom Schneegestöber per Mail an berlin@tagesspiegel.de.
21.19 Uhr: Wasserrohrbruch in Prenzlauer Berg – Wetter erschwert Reparatur
Wegen eines Wasserrohrbruchs ist die Storkower Straße in Prenzlauer Berg zwischen Landsberger Allee und Kniprodestraße in beiden Richtungen gesperrt. Auch die Buslinie 156 ist von der Sperrung betroffen, wie die Verkehrsinformationszentrale Berlin (VIZ) mitteilt. Aufgrund der Witterungsbedingungen gehe man von einer vierwöchigen Sperrung aus, wie die Berliner „Morgenpost“ berichtet. Wegen des Frosts sei ein Deckenschluss der Straße nicht möglich.
21.05 Uhr: Sportplätze und Eisstadion in Charlottenburg-Wilmersdorf schließen
Wegen des angekündigten Schneefalls bleiben alle bezirklichen Sportplätze in Charlottenburg-Wilmersdorf am Freitag geschlossen. Man bedaure „die damit verbundenen Einschränkungen“ und bitte um Verständnis, teilt das Bezirksamt mit. Auch das Horst-Dohm-Eisstadion im Ortsteil Schmargendorf bleibt demnach geschlossen.
19.30 Uhr: BSR voraussichtlich rund um die Uhr im Einsatz
Die Berliner Stadtreinigung (BSR) wird „aufgrund der Amtlichen Wetterwarnung und der zu erwartenden turbulenten Wetterlage mit Schneestürmen und Blitzeis“ voraussichtlich rund um die Ihr im Einsatz sein. Das teilt die Berliner Senatskanzlei mit. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Anlieger beziehungsweise Grundstückseigentümer für die Räumung und Streuung auf Gehwegen zuständig sind.
19.16 Uhr: Gefrorene Spree in Treptow-Köpenick
Tagesspiegel-Leser Jonas Werner teilt ein Bild der in Teilen gefrorenen Spree im Bezirk Treptow-Köpenick:
© Jonas Werner
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19.07 Uhr: Vorbereitungen der BVG laufen „auf Hochtouren“
Auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wappnen sich für die Extremwetterlage. Die Vorbereitungen laufen „auf Hochtouren“, wie das Verkehrsunternehmen am Donnerstagabend mitteilte. „Die Weichenheizungen sind eingeschaltet, unsere E-Busse werden mithilfe der bestehenden Ladeinfrastruktur beheizt und unser Stromschienen-Schmierzug steht für seinen Einsatz bereit“. Da es dennoch zu kurzfristigen Einschränkungen kommen könne, empfiehlt die BVG, sich vor Fahrtantritt über aktuelle Störungen zu informieren.
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Ähnliches rät der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB): Vor Fahrtantritt lohne sich ein Blick in die Fahrinformation, heißt es in einer Mitteilung. Die Verkehrslage könne sich kurzfristig ändern, „erhebliche Einschränkungen“ seien nicht ausgeschlossen. „Bahnsteige und Haltestellen können glatt sein, daher ist an Haltestellen ein ausreichender Abstand zur Bahnsteigkante einzuhalten“, teilt der VBB mit.
Die S-Bahn Berlin habe sich „bestmöglich auf den Winter vorbereitet“, teilt ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Tagesspiegel-Anfrage mit und beschreibt Maßnahmen, die zur allgemeinen Wintervorbereitung gehören, wie die Instandsetzung von Heizungssystemen. Zur Extremwetterlage heißt es lediglich: „Das Personal in unserer Leitstelle haben wir in erhöhte Bereitschaft versetzt“. Über etwaige Störungen werde man Fahrgäste auf S-Bahnhöfen sowie auf der Webseite und in der App der S-Bahn informieren.
18.27 Uhr: Wetterdienst warnt vor „Extremwetterlage“
Am Donnerstag herrsche in Berlin und Brandenburg „weiter Dauerfrost“, teilt der Deutsche Wetterdienst mit. Tagsüber gelten demnach Höchstwerte zwischen zwei und sechs Grad unter Null. In der Nacht auf Freitag sinken die Temperaturen dann auf Tiefstwerte von bis zu acht Grad unter Null. „Allgemein Schnee- und Eisglätte“, schreibt der DWD.
Es bestehe eine „Gefahr für Leib und Leben“ durch eine stark erhöhte Schneedecke, die zu blockierten Verkehrswegen führen könne, sowie eine oftmals stark eingeschränkte Sichtweite, teilte der DWD über das Warn- und Informationssystem KatWarn mit. „Aufenthalt im Freien und Fahrten vermeiden bzw. Verhalten im Straßenverkehr anpassen; auf Beeinträchtigungen auf allen Verkehrswegen bis hin zu Sperrungen/Schließungen einstellen, notfalls Fahrweise anpassen, möglichst volltanken, Decken und warme Getränke mitführen“, gibt der DWD als Ratschläge mit. Die Warnung gilt demnach für das gesamte Berliner Stadtgebiet. Die Unwetterwarnung gilt ab Freitag früh (7 Uhr) bis 24 Uhr in der Nacht zu Samstag.
18.03 Uhr: Lage für vulnerable Personen laut Wohlfahrtsverbänden „lebensgefährlich“
Die Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Berlin (LIGA Berlin) ruft alle Berlinerinnen und Berliner auf, offizielle Warnungen der Wetterdienste zu verfolgen und „notwendige Schutzmaßnahmen zu ergreifen“. Insbesondere für vulnerable Personen wie Obdachlose sei die Lage lebensgefährlich. Die Wohlfahrtsverbände bitten darum, Menschen in Notlagen zu helfen und gleichzeitig für die eigene Sicherheit zu sorgen.
„Die angekündigte Wetterlage lässt für morgen sehr schwierige Bedingungen erwarten“, teilt Oliver Bürgel, Federführer der LIGA Berlin und Geschäftsführer des AWO Landesverbandes Berlin, mit. „Gerade Menschen ohne festen Schutz sind bei solchen Wetterverhältnissen massiv gefährdet. Die Berliner Wohlfahrtsverbände, mit Unterstützung u. a. der Sozialsenatorin, Cansel Kiziltepe, stellen Angebote bereit, damit Menschen sich aufwärmen und in Sicherheit kommen können. Insbesondere für obdachlose Menschen, aber auch für alle, die akut Hilfe benötigen“, erklärt Bürgel.
© picture alliance/dpa/Paul Zinken
17.46 Uhr: Die besten Bilder aus dem frostigen Berlin
Nicht nur Gefahrenwarnungen, sondern auch eindrucksvolle Bilder bringt der Schnee in Berlin mit sich. Eine Auswahl der besten Schnappschüsse:
An berlin@tagesspiegel.de können Leserinnen und Leser uns ebenfalls ihre Bilder schicken.
17.31 Uhr: Parks der SPSG könnten schließen
Angesichts des angekündigten Wetters behält sich die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) die Schließung ihrer Parks vor. „Parkschließungen sind nicht auszuschließen“, sagte ein Sprecher der Stiftung auf Anfrage. Man wolle die Vorhersagen und das Wettergeschehen genau beobachten und dann entscheiden. „Wir müssen gucken, was wirklich kommt.“
In den teils baumreichen Parks der SPSG brechen bei kräftigen Böen immer wieder Äste ab. Sie können eine Gefahr für Spaziergänger und Jogger darstellen. Erst im vergangenen Sommer war eine Frau im Neuen Garten in Potsdam von einer herabstürzenden Baumkrone lebensbedrohlich verletzt worden.
17.27: Obdachlose sind besonders auf Hilfe angewiesen
Über 6000 Menschen sind in Berlin obdachlos und dadurch bei eisigen Temperaturen besonders vulnerabel. Einige Tipps, wie Berlinerinnen und Berliner helfen können:
17.24 Uhr: Straßen seit Tagen glatt – wann Anlieger Schnee räumen müssen
In Berlin ist es auf vielen Bürgersteigen bereits seit Tagen gefährlich glatt, oft wird nicht ausreichend geräumt. Die Grünen wollen das mit einer Gesetzesänderung ändern: Die Stadtreinigung BSR soll künftig schrittweise auch den Winterdienst auf Geh- und Radwegen übernehmen, forderte die verkehrspolitische Sprecherin Oda Hassepaß.
© dpa/Sebastian Gollnow
Nach geltendem Recht muss geräumt werden, wenn nachts Schnee fällt – werktags bis 7 Uhr, sonn- und feiertags bis 9 Uhr. Zuständig sind die Anlieger – auch wenn sie Firmen beauftragen, kontrollieren müssen sie die Räumung trotzdem, heißt es auf der Homepage des Senats.
17.16 Uhr: Schulpflicht in Berlin ausgesetzt
Es sei noch nicht ganz klar, inwiefern Berlin vom Unwetter betroffen sein wird, sagte Berlins Schulsenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) am Donnerstag. Trotzdem wird die Schulpflicht in der Hauptstadt für Freitag ausgesetzt:
17.12 Uhr: Zoo und Tierpark bleiben geschlossen
Wegen des erwarteten Schneefalls bleiben der Berliner Zoo und der Tierpark am Freitag geschlossen. „Die Sicherheit der Tiere und Gäste hat oberste Priorität“, teilte eine Sprecherin mit. Hintergrund sei die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes. „Die großen Schneemengen und herabfallende Äste des alten Baumbestands stellen eine Gefahr für die Besucherinnen und Besucher dar. Alle sensiblen Tiere, wie beispielsweise Giraffen, bleiben sicherheitshalber zunächst in ihren Stallungen“, erklärte die Sprecherin. Das Aquarium bleibe aber geöffnet.
© dpa/Elisa Schu
17.08 Uhr: Neukölln sperrt Sporthallen wegen Schneesturmwarnung
Das Bezirksamt sperrt alle Sporthallen in Neukölln – aus Sorge um die Tragfähigkeit der Dächer bei extremem Schneefall. Der Schulsport soll indes weitergehen:
17.07 Uhr: Heizungen im Südwesten funktionieren laut Innung weitestgehend
Für Anwohner in den bis Mittwochabend vom Stromausfall betroffenen Gebieten gibt es vor dem Sturmtief eine Entwarnung: Die Heizungsanlagen sind nach Angaben der Innung weitestgehend problemlos angelaufen. Nach Angaben von der für Energie zuständigen Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) sind auch alle der rund 12.000 von dem tagelangen Stromausfall betroffenen Kunden an die Fernwärme wieder angeschlossen.
Der Geschäftsführer der Innung SHK Berlin, Andreas Koch-Martin, erklärte: „Die Anlagen sind weitestgehend relativ gut angelaufen. Es ist nicht das große Chaos ausgebrochen.“ Was in Einzelfällen vorgefallen sei, könne er nicht sagen. Aber Gas- und Ölheizungen seien nach seiner Kenntnis größtenteils automatisch angelaufen. Ansonsten gebe es die Möglichkeit, diese mit dem sogenannten Entstörungsknopf in Betrieb zu nehmen.
„Dort, wo es nicht geklappt hat, sind es im Wesentlichen Fragen des Alters der Anlagen“, erklärte Koch-Martin. 45 Prozent der Gasheizungen in Berlin sind nach seinen Angaben älter als 25 Jahre, Ölanlagen seien oft noch älter.
16.53 Uhr: Berliner Unfallkrankenhaus vor Sturmtief bereits „am Anschlag“
Im Berliner Unfallkrankenhaus werden zurzeit zahlreiche Menschen nach Glatteis-Unfällen behandelt. Seit Tagen kämen Menschen mit Knochenbrüchen, Platzwunden am Kopf oder Schädelhirntraumata in die Rettungsstelle, sagte Sprecherin Angela Kijewski. „Es gibt lange Warteschlangen, wir können nur empfehlen, jedes Risiko zu meiden.“ Sie empfehle, Spikes an den Schuhen zu befestigen, das sorge für einen besseren Halt.
„Passen Sie auch auf ihre Nachbarn auf oder fragen Sie, ob Sie für ältere Menschen Dinge besorgen können, um ihnen den Weg zu ersparen“, so die Bitte der Sprecherin.
© dpa/Lutz Deckwerth
Nicht nur wegen der Glätte, auch wegen Silvester und der zahlreichen Bölleropfer habe das Krankenhaus seit Tagen alle Hände voll zu tun. „Wir sind am Anschlag“, sagte Kijewski. Zum Glück gebe es am Unfallkrankenhaus eine Notdienstpraxis für Erwachsene der Kassenärztlichen Vereinigung, die sich um weniger schwer verletzte Menschen kümmere.
16.50 Uhr: Aufenthalte im Freien laut DWD „unbedingt vermeiden“
Der DWD warnt vor starkem Schneefall und Schneeverwehungen in Berlin und Brandenburg. Die Warnung gilt ab 3 Uhr morgens am Freitag und ist voraussichtlich bis Samstagmorgen um 3 Uhr gültig, wie es in einer Mitteilung heißt.
Ab Freitagvormittag ziehe aus Südwesten anhaltender und teils kräftiger Schneefall mit markanten Neuschneemengen auf. Es müsse mit starken Einschränkungen auf Straßen und Wegen gerechnet werden. Bei starkem Schneefall und Schneeverwehungen empfiehlt der DWD, Aufenthalte im Freien und Fahrten unbedingt zu vermeiden. Nachbarn, Freunde und Angehörige sollten gegebenenfalls über die Gefährdungslage informiert werden.