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Auftakt der ersten Berlin Freedom Week: Wird Berlin zur weltweiten Hauptstadt der Freiheit?

2025-11-09
In gesellschaft Vom Kai Müller

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Berlin bildet sich viel auf seine Freiheit ein. Jedes Mal am 9. November, dem Jahrestag des Mauerfalls, inszeniert man sich als „Stadt der Freiheit“, als wäre die liberale Idee nirgendwo anders als hier erfunden worden.

Und in der Tat zeigt die jüngere Geschichte Berlins anschaulich, dass ein Leben in Freiheit hart erkämpft werden muss: die Bürgerproteste 1989, die zum Ende der deutschen Teilung führten, die amerikanische Luftbrücke 1948 und 1949, die die Stadt vor dem Verhungern rettete, die Befreiung von der Nazi-Diktatur durch die Alliierten 1945.

Die erste Berlin Freedom Week

Unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner findet vom 8. bis 15. November 2025 die erste Berlin Freedom Week statt. Mehr als 130 Veranstaltungen finden an über 80 Orten in Berlin statt, darunter Konferenz- und Dialogformate, kulturelle Events, Filmscreenings, Workshops und Führungen. Das vollständige Programm finden Sie hier.

Herzstück der Woche ist die Berlin Freedom Conference am 10. November im Gasometer auf dem EUREF-Campus. Mehr als 60 Stimmen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und den Medien diskutieren dort über neue Lösungen zur Stärkung von Freiheit und Demokratie weltweit.

Die jährliche Tagesspiegel-Konferenz „Der Osten“, die am 4. November stattfand, war ein Pre-Event der Freedom Week. Über die Gespräche mit der Ostbeauftragten Elisabeth Kaiser, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und der thüringischen Finanzministerin Katja Wolf können Sie hier nachlesen. Die Diskussion zur Frage „Kann Deutschland Europa einen?“, unter anderem mit dem Historiker Karl Schlögel und dem Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter können Sie am Sonntag, den 9. November 2025 um 11:00 und 21:00 Uhr im Inforadio des rbb nachhören.

Der Tagesspiegel ist Medienpartner der Freedom Week.

Doch so stolz man auf Berlins Rolle in den Wendejahren und das Zusammenwachsen von Ost und West sein kann, ist aus diesem Stolz nie etwas hervorgegangen, das ihn institutionalisiert hat. Oder, um es mit Peter Scholl-Latour zu sagen, „in imperiales Erz gegossen“ hat. Auf das Einheits- und Freiheitsdenkmal wartet man bis heute vergeblich.

In Berlin existiert kein Institut von Weltrang, das schwerpunktmäßig und systematisch zu Freiheit forscht und dieses Thema dauerhaft in einem gesellschaftlichen Dialog verankert. In der deutschen Hauptstadt wird kein hochdotierter, namhafter Preis vergeben, um diejenigen zu ehren, die sich um die Freiheit verdient machen – wie in Oslo etwa der Friedensnobelpreis das Augenmerk der Weltöffentlichkeit auf jene lenkt, die zu einer weniger kriegerischen Welt beitragen.

Grenzübergang Bornholmer Straße in der Nacht des 9. November 1989.

© imago/Camera4

Warum konzentriert man sich 35 Jahre nach der Wende immer noch überwiegend auf die historische Dimension des Geschehens, anstatt die praktische Arbeit zu fördern? Die Stadt hat es nicht geschafft, ihr größtes Pfund, nämlich Symbol der Befreiung zu sein, in politisches Kapital zu übersetzen. Stattdessen wurde Berlin zum Sehnsuchtsort der Selbstverwirklichung.

Mit diesem Missstand aufräumen will nun die Berlin Freedom Week, die vom 8. bis 15. November 2025 erstmals stattfindet. Anlässlich des 36. Jahrestags des Mauerfalls wollen die Organisatoren – die Tourismusorganisation visitBerlin, die Axel Springer Freedom Foundation und der World Liberty Congress – die Hauptstadt zur internationalen Bühne für engagierte Stimmen, mutige Ideen und gemeinsame Visionen machen. Berlin, „ein Ort, der wie kaum ein anderer für den Wert der Freiheit steht“, soll zum „Raum für Reflexion, Dialog und Begegnung“ werden, schreiben die Veranstalter. Schirmherr ist der Regierende Bürgermeister Kai Wegner.

Ausgangspunkt ist die Generalversammlung des World Liberty Congress, einem weltweiten Zusammenschluss von Dissidenten und Demokratieaktivisten. Der Kongress, zu dem rund 200 Teilnehmer aus über 50 autokratisch regierten Ländern erwartet werden, tagt am 8. und 9. November im Berliner Abgeordnetenhaus.

Für Masih Alinejad, die Präsidentin des World Liberty Congress, ist dies ein besonders bedeutungsvoller Ort: „Berlin erinnert uns daran, dass Mauern fallen können und dass Solidarität jede Diktatur überleben kann“, sagt die Iranerin. Generalsekretär Leopoldo López, der aus Venezuela stammt, sieht Berlin als „Vorbild für all jene von uns, die für die Freiheit kämpfen – ein Symbol dessen, was wir uns für unsere eigenen Länder wünschen“. Die Präsidentin des Abgeordnetenhauses Cornelia Seibeld sieht die deutsche Hauptstadt in der Pflicht: „Als weltoffene Metropole, in der viele Menschen aus Exil- und Demokratiebewegungen Zuflucht finden, trägt Berlin eine besondere Verantwortung.“

Während der „Freiheitswoche“ finden mehr als 130 Veranstaltungen an über 80 Orten in Berlin statt, darunter Konferenz- und Dialogformate, kulturelle Events, Filmscreenings, Workshops und Führungen. Auch der Bundesnachrichtendienst (BND) öffnet seine Türen. Auf dem Gelände des ehemaligen Stadions der Weltjugend spricht am Montag unter anderem der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Rainer Eppelmann über den Moment, „als die Angst die Seiten wechselte“ und Bürger ohne Angst einem Apparat in Panik gegenüberstanden. Im BND-Besucherzentrum gewährt der Leiter des Historischen Büros des BND Einblicke in damalige nachrichtendienstliche Erkenntnisse zur DDR.

Herzstück der Woche ist die Berlin Freedom Conference am 10. November im Gasometer auf dem EUREF-Campus in Schöneberg. Mehr als 60 Stimmen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und den Medien werden dort über neue Lösungen zur Stärkung von Freiheit und Demokratie weltweit diskutieren.

Unter den Rednerinnen aus Deutschland sind Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Bundesbildungsministerin Karin Prien sowie die SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag Evelyn Zupke. Die aktuelle Friedensnobelpreisträgerin Maria Corina Machado aus Venezuela und die 2022 ausgezeichnete Ukrainerin Oleksandra Matviichuk werden virtuell zugeschaltet. Weitere prominente Teilnehmer aus dem Ausland sind die russischen Oppositionellen Wladimir Kara-Mursa und Garry Kasparov sowie die ehemalige Präsidentin Taiwans TsaiIng-wen.

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