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Nach Entlassungen von 300 Journalisten: „Washington Post“-Herausgeber William Lewis tritt zurück

2026-02-09
In wirtschaft Vom admin

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Der Herausgeber und Geschäftsführer der „Washington Post“, Will Lewis, tritt zurück. Der Schritt folgte wenige Tage, nachdem Massenentlassungen bei dem Traditionsblatt publik wurden. In einer kurzen Mitteilung an die Mitarbeiter, aus der unter anderem der US-Sender CNN zitierte, verwies Lewis darauf, dass schwierige Entscheidungen getroffen worden seien, um eine nachhaltige Zukunft der Zeitung zu sichern. Seine Aufgaben sollen mit sofortiger Wirkung kommissarisch von Jeff D’Onofrio übernommen werden, dem bisherigen Finanzchef des Unternehmens. 

Traditionsblatt stampft seine Belegschaft drastisch ein

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass das fast 150 Jahre alte Traditionsblatt wegen wirtschaftlicher Einbußen heftige Sparmaßnahmen einleitet. Etwa ein Drittel der Belegschaft wird Medienberichten zufolge entlassen, darunter rund 300 Journalisten. Betroffen sind demnach unter anderem die Sportredaktion, das Literaturressort und die Auslandsberichterstattung. In der Belegschaft und in der Branche allgemein stieß das auf viel Empörung und Kritik. 

Die Mitarbeitervertretung der Zeitung stellte die Frage, ob Amazon-Gründer Jeff Bezos als Eigentümer noch bereit sei, in die Aufgabe zu investieren, die das Blatt als unabhängiges Medium seit Generationen auszeichne. Bezos will laut Chefredakteur Matt Murray als Eigentümer an der Zeitung festhalten.

In einer Stellungnahme der „Washington Post“ zum Herausgeberwechsel betonte Bezos, die Zeitung habe eine zentrale journalistische Aufgabe. Daten zeigten dem Unternehmen, worauf es sich konzentrieren solle, erklärte er. 

Kritik an Bezos und Lewis

Die „Washington Post“ gehört dem Multimilliardär seit 2013. Zuletzt hatte es wiederholt Kritik an seiner Rolle in der Zeitung gegeben, angesehene Journalisten verließen das Blatt. Für Schlagzeilen hatte etwa gesorgt, dass sich Bezos vor der US-Wahl im November 2024 gegen die Veröffentlichung einer bereits verfassten Wahlempfehlung für Donald Trumps Kontrahentin Kamala Harris entschied. Wahlempfehlungen wie diese sind in US-Medien üblich.

Auch Lewis wurde US-Medien zufolge schon länger von Mitarbeitern der Redaktion kritisiert, ihm wurde etwa mangelnde Anwesenheit vorgeworfen. Für besondere Empörung sorgte demnach, dass er auch bei der Ankündigung der Entlassungen diese Woche nicht dabei war.

Die „Washington Post“ hat mehr als einmal Geschichte geschrieben. Eine Sternstunde erlebte sie Anfang der 1970er Jahre, als die Reporter Carl Bernstein und Bob Woodward den Watergate-Skandal aufdeckten, der zum Rücktritt von US-Präsident Richard Nixon führte. (dpa)

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