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Fernsehen: Gundula Gause wird 60 - „Frau der Langstrecke“

2025-05-01
In gesellschaft Vom admin

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Eine Konstante inmitten politischer Turbulenzen, Katastrophen und Kriege: Seit mehr als 30 Jahren ist Gundula Gause Co-Moderatorin beim „heute journal“ im ZDF - und damit viel länger als ihre Kollegen. „Ich bin eine Frau der Kontinuität und der Langstrecke“, sagt die Nachrichtenfrau aus Mainz. Heute (30. April) wird sie 60 Jahre alt. 

Lange stand sie mit Claus Kleber vor der Kamera

Zehn Jahre moderierte sie an der Seite von Wolf von Lojewski, es folgten 19 Jahre mit Claus Kleber. Gelegentlich treffe sie ihn noch, erzählt Gause. Zuletzt in ihrer Geburtsstadt Berlin - gemeinsam mit ihrem Mann, dem Zahnarzt und ehemaligen FDP-Landtagsabgeordneten Peter Schmitz. 

Gleichsam mit großer Ernsthaftigkeit, Leidenschaft und Ruhe trägt Gause die Nachrichten vor. „Ich bemühe mich um ein konstruktives Auftreten, um Sachlichkeit und Neutralität“, sagt sie. „Wenn die Nachrichtenlage schon so ernst ist und man dann noch angefasst vor die Kamera tritt, hilft das nicht weiter.“ 

Bedrückende Nachrichten - nicht immer einfach

Doch das sei nicht immer einfach: „Als meine Kinder klein waren, fiel es mir immer sehr schwer, die tot aufgefundenen Kinder zu melden, bei denen im Nachgang dazu festgestellt wurde, dass sie Opfer sexualisierter Gewalt waren“, erinnert sich Gause, die inzwischen Großmutter ist. 

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Trotz der überwiegend belastenden Nachrichtenlage sei sie aber „im Einklang mit meiner Arbeit. Ich bin vom Charakter her eher eine sachliche und ernste Person“. 

Das „heute journal“ setze auf einen „konstruktiven Ansatz“: „Wir wollen auch News eine Relevanz geben, die nicht nur Tod, Verderben und Gewalt sowie die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung spiegeln, sondern im besten Fall eine Lösung aufzeigen“, sagt Gause. Das passe auch gut zu ihr: „Ich versuche in Lösungen zu denken und nicht in Problemen.“ 

Interesse auch für „kleinste Schritte“ in der Politik

Als „Heavy Userin von Nachrichten“ beschreibt Gause sich selbst. „Für mich ist das ein ganz tiefes Bedürfnis“, sagt die große, herzliche Frau. „Auch wenn alles zäh und die Weltlage bedrückend ist, will ich es genau wissen. Mich interessieren auch kleinste Schritte in den Entwicklungen.“ 

Ihre Arbeit beschreibt sie so: „Ich bin vor allem gerne Nachrichtenredakteurin, die im Team die Nachrichten diskutiert, auswählt, formuliert und recherchiert, welches Bildmaterial es beispielsweise aus der Ukraine gibt.“ Da ihre Texte durchdacht und größtenteils selbst geschrieben seien, habe sie sich in all den Jahrzehnten auch nie gravierend versprochen. 

Die Nachrichtenfrau - jetzt auch im Podcast

Inzwischen ist Gause im „heute journal“ meist zusammen mit Dunja Hayali oder Anne Gellinek auf Sendung. Sie ist auch gelegentlich im „heute journal update“ sowie in den „heute“-Sendungen um 12.00 Uhr und 17.00 Uhr zu sehen. Und sie ist auch zu hören: Im neuen „heute journal“-Podcast - bei der Rubrik „Gundula erklärt“. 

Eine ganz andere Sendung zu moderieren, reizt sie nicht. „Als Nachrichtenfrau, die sich ihrem Metier verpflichtet fühlt, möchte ich keine Experimente eingehen.“ 

Traubenzucker und Käsebrot 

Wenn sie mal schlecht geschlafen habe, helfe ihr ein Stück Traubenzucker vor der Sendung, erzählt Gause. Zu ihren Ritualen im Sender gehöre auch ein Käsebrot, das sie regelmäßig zur „heute-Sendung“ um 19 Uhr isst, wie sie berichtet. „Ich bemühe mich um ein gesundes Leben.“ Dazu gehörten auch längere Touren mit ihrem Mann durch den Wald, bei denen sie über Gott und die Welt diskutierten. 

Sie engagiert sich fürs Hilfswerk missio

„Ich bin evangelisch und katholisch verheiratet“, berichtet Gause. Seit rund 20 Jahren engagiert sie sich für den Afrikatag des katholischen Hilfswerks missio. „Glaube ist mir wichtig. Ich sehe Kirche als Wertebastion und Kulturfaktor“, sagt sie. „Das ist für mich ein christliches Koordinatensystem, in dem ich mich sehr gerne bewege, und das zum Glück noch sehr vielen Menschen Halt gibt, trotz aller Skandale und berechtigter Vorbehalte.“ 

Bei Frisur und Kleidung reden andere mit 

Bei der Wahl ihres Outfits könne sie auch auf das Team im Sender setzen, berichtet Gause. „Ich bin nicht genügend Mode-affin.“ In der Farbwahl stimme sie sich jeden Tag mit den Kollegen und Kolleginnen ab, „damit wir zum Beispiel nicht beide in Rosa dastehen“. 

Zur Kontinuität passt auch ihr Pagenkopf: „Ich fühle mich mit der Frisur wohl, und sie wurde im Gespräch mit Profis einmal als ganz günstig definiert - dann bleibt man dabei.“

Gause reist auch gerne. Portugal gehört zu ihren Lieblingszielen, ihre Mutter kam als Deutsche in Lissabon zur Welt. Ihr Geheimtipp ist das französische Nancy. 

Ans Aufhören denkt sie noch nicht, aber ans Kürzertreten: „Ich werde schon irgendwann rauswachsen und dafür kommen Jüngere nach - und das ist auch gut so.“

© dpa-infocom, dpa:250430-930-480660/1

Das ist eine Nachricht direkt aus dem dpa-Newskanal.

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